In der letzten Woche habe ich euch bereits 4 der 7 größten und häufigsten Fress-Fallen vorgestellt. Diese können unter Umständen der Grund dafür sein, warum du dich immer noch in einem Teufelskreis aus Essens-Obsession, Fressattacken und Schuldgefühlen befindest. Wenn du den ersten Teil noch nicht gelesen hast, kannst du dies hier nachholen!

Heute möchte ich die Liste gerne vervollständigen und dir 3 weitere tückische Fallen vorstellen. Selbstverständlich erfährst du von mir auch, wie du diese vermeiden kannst, um langfristig von den zwanghaften Gedanken zu genesen.

Die Regel-Falle

Hast du dich schon einmal gefragt, warum du all dein Wissen über Ernährung einfach nicht umsetzen kannst? Hast du auch jahrelang nahezu alle Diät- und Ernährungsbücher studiert und kannst trotzdem nicht „normal“ essen? Warum ist das so?

All jene Informationen haben uns das Unterbewusstsein dermaßen manipuliert, dass wir nun unbewusst Ernährungsregeln verinnerlicht haben und versuchen, unser Essverhalten mit ihnen zu kontrollieren. Diese Art der Kontrolle geht so weit, dass wir uns so sehr einschränken und kasteien, dass kein Platz mehr für unsere wahren Bedürfnisse da ist.

Anfangs fühlen wir uns mit ihnen vielleicht noch etwas gesünder und glücklicher. Doch es liegt in unserer Natur, immer das zu begehren, was wir nicht haben können. Und so hält dieses Gefühl nicht lange an, wir geben nach, fühlen uns anschließend schuldig und setzen eine weitere Regel drauf. Der Kreislauf beginnt von vorn und wieder…sind wir gefangen.

Studien haben belegt, dass das Risiko auf einen Essanfall steigt, wenn den Probanden etwas vorgesetzt wird, das gegen ihre Ernährungsregeln spricht.

Wie du dich davon befreist:

Verschwende deine Zeit nicht damit, zu überlegen, was du essen und was du nicht essen darfst. Frage dich lieber: „Was möchte ich? Was mag ich? Wie sieht mein perfektes Frühstück/Mittag/Abendessen aus? Was darf nicht fehlen?“

Das Leben besteht eben nicht nur aus Schwarz und Weiß und was du mit den verschiedenen Nahrungsmitteln assoziierst, sind nichts anderes als Bewertungen, beeinflusst von Diätgurus, Büchern und Experten. Sei dein eigener Experte, dein eigener Guru! Finde heraus, was deinem Körper schmeckt, womit er sich gut fühlt und vital ist. Nur du kannst das wissen, niemand anders!

Fange an, die „triggernde Nahrung“ wieder in deinen Speiseplan zu integrieren. Jeden Tag eine kleine Portion, bis diese Nahrung in deinem Unterbewusstsein nicht mehr mit dem „verbotenem Apfel“ assoziiert wird.

Die Falsche Freunde-Falle

Zur Stoßzeit meiner Essstörung gab es für mich immer Gründe zum Essen. Egal, ob ich fröhlich, unter Druck, traurig, einsam oder glücklich war. Ich hatte es erst spät gesehen, dass ich das Essen zu meinem besten Freund und schlimmsten Feind gemacht habe. Aber hast du dich schon einmal gefragt, ob dir die Essattacken etwas Essentielles zurückgeben? Ich kann diese Frage bis heute nur mit „Nein“ beantworten. Das Essen änderte nichts an den Emotionen und nichts an den Umständen. Ich holte mir lediglich mein kurzfristiges High, um für ein paar Minuten nicht ich selbst sein zu müssen.

Wenn du die Essstörung zu deiner besten Freundin machst, dann bedenke eins: Sie ist diese Art von Freundin, die hinter deinem Rücken lästert und heimlich Pläne schmiegt, wie sie dich vollständig zerstören kann…

Wie du dich davon befreist:

Glaube nicht mehr daran, dass dir das Essen deine Einsamkeit nimmt, oder deine Freude teilt. Alles, was es bewirkt ist, dass du für ein paar Minuten alles verdrängst und dich nicht um die wahren Bedürfnisse kümmerst. Essen ist eine Ablenkung vom Leben, vom Essentiellen. Es hindert dich daran, Gefühle zu fühlen, die gefühlt werden MÜSSEN, um sie zu bewältigen. Tust du dies, VERSCHIEBST du deine Emotionen lediglich auf einen späteren Zeitpunkt. Das Essen ist demnach KEIN Bewältigungsmechanismus, sondern eine Verschiebung, ein Ablenken und Verdrängen.

Das Essen ist ein immer ein UMWEG, keine Lösung! Finde den direkten Weg, um dich und deine Gefühle zu spüren. Finde heraus, was deine Seele nährt!

Die innerer Kritiker-Falle

„Ich bin zu nichts fähig! Mich mag sowieso keiner. Nichts mache ich richtig und fett bin ich dazu. Ich hasse mich!“

Das sind Sätze, die die meisten meiner Klienten insgeheim zu sich selbst sagen und die auch ich früher oft zu mir selbst sagte.
Allein diese Tatsache ist schon schlimm genug, doch viele nutzen diese Aussagen vom inneren Kritiker auch, um ihr Essverhalten zu rechtfertigen.

2 bekannte Beispiele, bei denen dies der Fall ist:

Jetzt ist alles egal – Fressen. Es gab Ärger mit dem Chef, der Familie oder der besten Freundin. Du denkst, dass du „mal wieder“ versagt hast und deswegen ist es nun auch egal, wenn das Essen aus der Kontrolle gerät.

Ich bin dick. Ich hasse mich. Zu viel zu essen ist ein selbstschädigendes Verhalten, welches nur solche Menschen an den Tag bringen, die nicht viel von sich halten und ein niedriges Selbstwertgefühl besitzen. Während des Essens bist du zudem für eine gewisse Zeit befreit von diesen negativen Gedanken und kannst dich von den Emotionen ablenken.

Jedes Mal, wenn es zu so einem Vorfall kommt, wird der innere Kritiker noch lauter, denn du hast schon wieder mal versagt, oder XYZ! Du sitzt in der Falle, wenn du weiterhin auf den kleinen Manipulator in dir hörst!

Wie du dich davon befreist:

Hinter den Aussagen des inneren Kritikers stecken meist tief verwurzelte, falsche (!) Glaubenssätze und ein verzerrtes Selbstbild. Diese Wurzeln gehen unter Umständen bis auf die früheste Kindheit zurück, weshalb es so wichtig ist, diese und vergangene Traumata mit professioneller Unterstützung aufzuschlüsseln und zu überwinden.

Lerne, die Aussagen des inneren Kritikers zu enttarnen und übe dich in Selbstsorge. Sei gut zu dir und behandele dich, wie du ein kleines, verletzliches Kind behandeln würdest. Wenn die Umstände schon nicht gut sind und das Schicksal es einmal nicht gut mit dir meint, dann macht es keinen Sinn, auch noch zusätzlich schlecht zu dir selbst zu sein!

Erstelle eine Liste mit den Dingen, die deine Seele nähren! Somit bist du gewappnet, wenn der innere Kritiker mal wieder zu laut ist.

Noch mehr Hilfe?

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy