Ein offener Brief an die Magersucht, Anorexie oder auch Ana.

Jahrelang warst du meine Freundin, wir waren eins. Du warst ein Teil von mir.

Und du bist noch immer ein Teil von mir, doch nicht mehr meine Freundin. Bist du meine Feindin? Ja und Nein. Du bist da und kontrollierst mich. Du sitzt in meinem Kopf wie eine Hexe auf dem Thron. Kann ich dich loslassen? Nein, nicht ganz. Ich esse, aber nach deinen Regeln. Ich bewege mich in dem vorgeschriebenen Maß, ich esse nur zu deinen Uhrzeiten, ich esse nur die Lebensmittel die du für richtig empfindest. Clean und Healthy, dabei ist das Gesunde schon lange weg. Seit meiner Jugend bist du da, ich habe dir die Erlaubnis gegeben mir Vorschriften zu machen, hätte ich gewusst, dass ich nach jahrelanger Manifestierung dieser unsinnigen und selbstzerstörerischen Gedanken den Selbsthass nur stärker gemacht habe, dann hätte ich dir die Erlaubnis nicht gegeben. Oder? Ich weiß es nicht und ich werde es nie wissen. Diese Gedanken, diese Rituale, diese Handlungen, die Essensweise, die Lebensmittelauswahl, der ganze Alltag.

Alles tickt nach deinen Regeln.

Alles läuft wie von dir kontrolliert in meinem Kopf. Ich denke nicht mehr: Das macht dick, sondern ich esse es einfach nicht und verschwende keinen Gedanken mehr daran. Ich habe die Liste der Lebensmittel, die ich essen darf im Kopf und was anderes kommt nicht in Frage.

Dann BUM! Ich wollte frei sein! Ich habe angefangen kleine Schritte zu gehen, Babyschritte. Ich habe jeden Tag ein Minimum an Kalorien mehr gegessen, ich habe aufgehört wie eine Irre stundenlang am Tag zu joggen, habe das über 2 Monate runtergebrochen, auf nur noch 40 Minuten spazieren am Tag. Das Gewicht änderte sich nicht, die Lebensmittel waren gleich. Und du gabst mir Hoffnung. Du gabst mir die Hoffnung aus dem Käfig auszubrechen, den Mut Änderungen vorzunehmen, die Hoffnung frei und flexibel zu sein. Bis…Du es nicht mehr gut fandest. Und dann habe ich einfach wieder aufgehört Fortschritte zu machen. Seit 2 Wochen stehe ich am selben Fleck und denke immer:

Morgen geht es weiter…

Morgen, heute ist der Tag schon fast vorbei. Und am nächsten Tag wieder das Gleiche. Es ist ein Kreislauf, ein Teufelskreislauf. So bald ich etwas anderes essen möchte oder zu einer anderen Zeit, greift ein Automatismus, greifen deine manifestierten Gehirnstrukturen. Und ich bleibe wieder stehen. Am Rande der Verzweiflung.

Nur damit ist es vorbei. Ich habe was anderes gegessen, ich habe den ganzen Tag ruhig zu Hause im Bett gesessen, ich habe es genossen, nichts zu machen und ich habe dich ignoriert und was ist passiert? Ich habe weder zu noch abgenommen. Es ist rein gar nichts passiert. Ich bin wieder auf den Zug der Recovery drauf gesprungen. Ich habe den Automatismus, einen von vielen geändert und der Weg ist noch lang. Der Weg in das Leben ist hart und steinig. Du bist nicht meine Freundin und du bist nicht meine Feindin. Du bist da, weil ich es dir erlaubt habe und du gehst wieder weg, weil ich sage, dass du gehen sollst. Du hast dich aus Anteilen von mir gebildet, die nicht gut waren, oder eher die ich nicht gut an mir fand. Deswegen verstoße ich diese Teile nicht, denn sie sind ein Teil von mir, ein Teil meines Charakters. Aber du hast diese Anteile missbraucht, die scheinbar falsche Schüchternheit, den Zweifel am eigenen Selbst. Du hast sie zu einer Sozialphobie und zu Selbsthass reifen lassen und

damit ist jetzt Schluss.

Ich bin zwar schüchtern und habe vielleicht Zweifel an mir selber, aber ebenso weiß ich, dass ich gute Charaktereigenschaften habe. Ich brauche keine Krankheit, die mir sagt wie schlecht ich bin. Ich brauche ein Leben in dem ich mich selber wertschätze, denn wenn ich das nicht tue wer sollte es sonst tun?

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Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy