Die Weihnachtstage sollen eigentlich eine besinnliche Zeit darstellen, die man vor allem mit Freunden und der Familie verbringt. Es ist das Fest der Liebe, doch für jemanden mit einer Essstörung können die Feierlichkeiten schon einmal Panik und Angst auslösen. Weil Angehörige diese Angst meist nicht verstehen und nachvollziehen können, möchte ich euch heute ein paar Tipps an die Hand geben, damit auch ihr ein besinnliches Fest feiern könnt! Mit ein wenig Vorbereitung könnt ihr die üblichen Trigger umgehen und sorgenfrei in die Weihnachtsfeiertage starten.

1. Versuche, eine normale Mahlzeitenroutine einzuhalten

Nicht nur für Essgestörte, sondern auch für normale Menschen heißt Weihnachten nicht selten gleichzeitig auch: viel und gutes Essen. Aber das ist kein Grund, deine Struktur nicht einzuhalten. Wenn du einen Essplan hast, richte dich auch weiterhin nach ihm.

2. Im Voraus planen

Wenn möglich, versuche vorher schon herauszufinden, was es zu essen gibt. Noch toller wäre es, wenn du Mitspracherecht hättest und etwas Eigenes zum Menü beisteuern könntest. Gegenüber den Familienmitgliedern hilft es zuzugeben, dass dies dich sehr entlasten würde und dir die Angst nimmt.

Plane auch im Voraus, wen du in einer schwierigen Situation anrufen oder anschreiben könntest. Je nachdem, wie das Verhältnis ist, kann die auch dein Therapeut/in sein.

3. Sei dir gegenüber realistisch

Wo in deiner Genesung stehst du gerade? Klar wünscht man sich während der Weihnachtszeit das Essproblem am besten weg. Unter Umständen wirst du mit dieser Einstellung aber enttäuscht, wenn etwas nicht so läuft, wie erwartet. Deshalb sei realistisch und gestehe dir auch ein, dass dies eine Übung für dich wird, die du nicht perfekt ausführen musst. Deine Genesung braucht Zeit und es hilft nicht, sie beschleunigen zu wollen. Es ist ok, wenn du deine Erwartungen nicht erfüllst! Das Letzte, was du in dieser Situation gebrauchen kannst, sind Schuldgefühle und Selbstzweifel. Erinnere dich selbst daran, dass Weihnachten nur ein Tag wie jeder anderer ist, er ist nicht ausschlaggebend dafür, ob du genesen kannst oder nicht.

4. Habe einen “Flucht-Plan”

Manchmal kann es zu unangenehmen Situationen kommen, jemand kritisiert dein Essverhalten, dein Äußeres oder berichtet über Diäterfolge… Trigger gibt es viele. Wichtig für dich zu wissen, ist, dass du diese Situation nicht aushalten musst und das Recht hast, dich abzugrenzen und das Geschehen verlassen kannst. Wenn es deiner Genesung schadet, dann ist dies nämlich nur notwendig. Sie steht an erster Stelle.

Wenn du also weißt, wo die Feierlichkeiten stattfinden, stelle sicher, dass es dort einen Ort (ein Zimmer, eine Terasse, zur Not auch ein Hotel) gibt, an dem du dich kurz zurückziehen und durchatmen kannst.

5. Erlaube dir, NEIN zu sagen

Gerade Familienmitglieder wollen nur das Beste und können dich unbewusst dazu drängen, etwas zu essen und zu kosten. Manche kommentieren deine Portionen und bewerten deine Wahl (zu wenig oder zu viel). Das kann ganz schön nerven und an die Substanz gehen, die Situation ist schon schwierig genug. Sollte es zu Auseinandersetzungen mit einem bestimmten Familienmitglied kommen, lasse dich nicht in ein Streitgespräch ziehen und ignoriere die Äußerungen. Es ist dein Recht, dieser Person aus dem Weg zu gehen und gegebenenfalls auch die Termine nicht wahrzunehmen und “Nein” zu einer Einladung zu sagen.

6. Erlaube dir, JA zu sagen

Auch, wenn Familienmitglieder dazu neigen, dich und deine Verhaltensweisen zu beurteilen, ist es nicht nötig, dich vollständig zu isolieren. Die Einsamkeit kann nämlich viel stärkere Auswirkungen auf die Essstörung haben, als die Angst vor gemeinsamen Abenden. Daher sei dir über deine Entscheidungen im Klaren. Lasse es nicht zu, dass die Essstörung dich daran hindert, ein fröhliches Fest zu feiern.

Versuche, dich immer wieder daran zu erinnern, dass:

  • deine Entscheidungen, deine Entscheidungen bleiben. Du musst niemanden Rechenschaft ablegen, warum deine Genesung und dein mentaler Zustand Priorität hat
  • Du darfst das Thema wechseln und musst nicht auf Fragen eingehen. Unangenehme Gespräche müssen nicht sein und es gibt Wichtigeres als Essen und Äußerlichkeiten
  • Essen ist nicht dein Feind. Es ist deine Energiequelle, die du genießen kannst. Was du an Weihnachten isst, musst du am nächsten Tag nicht wieder gut machen.
  • nimm die Atmosphäre wahr, spüre die Wärme. Gönn dir die Ruhe und gutes Essen
  • positive Erinnerungen aus vergangen Jahren helfen, das Fest zu genießen
  • das Schweigen über deine Ängste und Befürchtungen kann gebrochen werden. Es ist einfacher, wenn Angehörige über deine Unsicherheit informiert sind -> teile dich und deine Sorgen mit! Dann erfährst du auch Unterstützung

Es ist nie einfach, aber wenn du bewusst Vorbereitungen unternimmst, bist du weniger angespannt, wenn es soweit ist. Im zweiten Teil gehe ich noch einmal näher auf das Essen und die Psyche ein. HIER GEHT’S ZU TEIL 2 !

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Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

 

 

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