Dieser Beitrag ist ein zugesendeter Leserbrief einer Betroffenen:)

Hallo liebe Recoverybuddys,

mein Name ist Antonia und ich bin 19 Jahre alt. Ich schreibe hier, um euch meine Geschichte zu erzählen und um euch vielleicht etwas Mut zu geben. Ich habe eine Essstörung gehabt und bin momentan auf einem sehr guten Weg raus genau gesagt in der Recovery.

Ich war schon immer etwas dünner als andere, aber das hat mich nicht gestört und ich war auch immer zufrieden mit mir selbst. Alles fing an als ich 17 Jahre alt wurde.

Ich nahm aus meiner damaligen Sicht unbewusst ab und das relativ schnell. Schnell bemerkten auch Freunde und Familie meine Abnahme, doch ich habe das nicht wirklich realisiert. Ich habe auch nicht abgenommen, weil ich eine Bikinifigur haben wollte, oder weil ich mich damals zu dick fühlte. Ich habe schnell gemerkt das das Thema essen mich wirklich sehr beschäftigte. Irgendwann habe ich dann beschlossen zum Arzt zu gehen, weil ich dachte sie würden einen Grund finden warum ich so viel abnehmen würde. Denn dass ich selber dafür „verantwortlich“ war, wollte ich nicht einsehen.

Nach vielen Tests und keinen Ergebnissen hat mich dann mein Arzt gefragt ob den momentan bei mir alles okay sei.

Schulstress ? Familiäre Angelegenheiten ? Sonstige Belastungen?

Erst dann habe ich darüber nachgedacht das es mir eigentlich gar nicht so gut geht wie ich das gedacht habe. Und das hat es eigentlich noch viel schlimmer gemacht. Alles in meinem Kopf drehte sich plötzlich nur noch um das Essen. Ich habe kaum gegessen war schwach und fühle mich unwohl. Jedem fiel auf das es nicht mehr gesund war wie ich ausgesehen habe.

Gefühle waren sehr schwer für mich und sobald es mir schlecht ging habe ich einfach nicht mehr gegessen und so ging es mir dann besser. Es gab Tage an denen ich Abends im Bett lag und mir auffiel das ich heute noch nichts gegessen hatte und daran hatte ich mich dann gewöhnt.

Ich habe auch aufgehört zu Essen um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Ich wollte gesehen werden und wollte, dass ich gefragt werde wie es mir geht. Ich habe mein Hobby nicht mehr weiter ausgeführt und auch im Sportunterricht bemerkte ich, dass ich nicht mehr mithalten konnte und das machte mich wütend.
Dennoch wollte ich nichts ändern.

Ständige Kontrolle von meinem Gewicht waren Alltag für mich und an diese Kontrolle über mich hatte ich mich gewöhnt. Es war sicher, dass ich Hilfe brauchte und heute weiß ich, dass es auch der einzige Ausweg daraus ist. Man sollte sich im klaren sein, dass man krank ist und das auch akzeptieren. Für mich kam ein Klinikaufenthalt zunächst nicht in Frage und so blieb es auch. So habe ich bis heute eine Psychologin welche mir aus meiner Krankheit geholfen hat. Es ist wichtig das man weiß, dass diese schwere Krankheit nicht nur damit zutun hat, dass man dünn sein will, sondern so viel mehr dahinter steckt und es meist viel aufzuarbeiten gibt.

Und alle sollten in diesem Prozess einbezogen werden.

Jeder in deinem Umfeld sollte wissen zu was diese Krankheit fähig ist und dass es wirklich gefährlich sein kann. Für mich war ausschlaggebend zu wissen was mich in meinem Leben belastet und zurückwirft und Dinge loszulassen und so konnte ich gemeinsam mit meinem Umfeld aufarbeiten.
Heute schaue ich mir sehr oft Bilder aus der Zeit mit tiefsten Untergewicht an und ja, ich muss sagen ich schäme mich auch ein wenig über mich selbst.

Wie konnte ich nicht sehen, dass ich so krank war?

Wieso habe ich nicht auf andere gehört…?

Ich erinnere mich an einen Urlaub ich machte mit einer Freundin Bilder am Strand ich fand mich hübsch und ausreichend. Ich wusste ich war zu dünn aber das war kein Problem für mich. Nachdem ich verstanden hatte was für eine Krankheit ich habe, konnte ich besser damit umgehen. Ich wusste ich kann sterben, wenn ich so weiter machen würde.

Ich habe mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt und auch heute rede ich offen darüber, denn sie ist ein Teil von mir. Es gab wohl viele Gründe, die dazu geführt hatten und diesen musste ich mich stellen.

Man sagt, dass die Krankheit eine Suchterkrankung ist

und das ist sie auch. So eine Sucht ist schwer zu bekämpfen. Das wichtigste ist es, den Kopf zu sortieren und Sachen, die belastend für einen sind, aus dem Weg zu gehen. Das wichtigste ist man selbst.

Wenn diese Akzeptanz und das stellen von seinen Problemen geschafft ist dann kann man sich auf das Zunehmen konzentrieren. Ich bin froh, dass mein Weg durch diese Erkrankung führte und mir tat es immer gut zu sehen, dass ich damit nicht alleine bin.

Mir ist es wichtig, dass die Menschen wissen, dass ich nicht extra so aussehen wollte und das die Menschen wissen was so eine Magersucht ist, denn ich habe erfahren, dass sehr viele Menschen nicht viel darüber wissen, was die Heilung unglaublich schwer gemacht hat.

Schräge Blicke,  Sprüche auf der Straße und Kommentare

aus meinem Umfeld wie „du bist doch viel zu dünn“ kenne ich sehr gut. Redet so viel ihr könnt darüber wie es euch geht und was euch bedrückt. Früh zu erkennen was mit einem los ist, kann helfen.

Ich hoffe das jeder seinen Weg richtig gehen kann und jedem bald besser geht. Ihr könnt alle stolz auf euch sein was ihr bisher geschafft habt.

Liebe Grüße<3

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy