Dieser Erfahrungsbericht stammt von einer unserer Klientinnen aus dem vergangenen Jahr, die wir 8 Wochen lang in die Genesung begleiten durften. Gemeinsam mit Coach Tamara gewann sie zum ersten Mail Einblicke in ihr wahres Gefühlsleben und konnte sich nach und nach aus ihren destruktiven Verhaltensmustern befreien. 9 Monate nach der Begleitung erhielten wir diesen wundervollen Brief von ihr und wollten ihn euch nicht vorenthalten:)

Gefühle kannte ich nicht

Heute am 6.7.2020 denke ich, ist für mich ein guter Zeitpunkt gekommen, mich erneut bei Euch zu bedanken.

Ich kann mich nicht genug bei Euch für Eure Unterstützung bedanken. Nach einem langen Kampf bin ich heute am 6.7.2020 zur Frau geworden, auch wenn sich das vielleicht merkwürdig anhört, heute hat sich nach Jahren der Zyklus bei mir wieder eingestellt. Schon ein komisches Gefühl.

Ich weiß es wird immer noch  langer Weg. In der Pubertät rutschte ich in die Anorexie, habe mich wieder gefangen und dann verlor ich mich böse in der Bulimie. Ich wurde zwangseingewiesen. Auf die Gründe und Ursachen brauche ich nicht eingehen. Als ich einigermaßen stabil war bestand mein Leben seit über 30 Jahren aus Kalorienzählen, auf das Essen achten, das Kontrollieren des Essens.

Mein Selbstwertgefühl ging gegen Null

und ich versteckte mich unter weiter Kleidung; zubbelte immer an dieser, um auch zu kontrollieren, dass sie noch weit genug sitzt. Gefühle kannte ich nicht mehr. Ich ordnete sie unter den meiner Partner und Mitmenschen. Ich wollte es bloß allen Recht machen. Hatte Angst, alles falsch zu machen, im Grunde Angst vor mir selbst und Angst die Kontrolle zu verlieren. Perfektionismus stand an der Tagesordnung. Die Kontrolle wieder zu erlangen gab nur das tägliche Wiegen und die Kleidung musste locker und weit sitzen. Und wehe die Waage zeigte etwas an, was mir nicht gefiel und die Kleidung saß nicht so, wie sollte – Eine Welt brach zusammen. Mich so von einer Zahl abhängig zu machen war so lange mein Lebensinhalt. Das Kasteien, das Verbot von Lebensmitteln, das minütliche Kalorienzählen und das Fiebern zur nächsten Mahlzeit. Die Essstörung bestimmte einen Großteil meines Lebens. Erst war ich enttäuscht und verteufelte mich deswegen. Auf der anderen Seite sage ich mir, hätte ich all das, sei es die Essstörung, sei es meine Vergangenheit nicht erlebt, dann wäre ich nicht der Mensch, der ich heute bin.

Ich bin eine Kämpferin, ich wollte nie aufgeben,

weil eine innere Stimme in mir sagte, da gibt es etwas, wofür es sich lohnt zu leben. Und zum Glück habe ich nicht aufgegeben. Auch wenn es nicht schön war. Letztes Jahr habe ich eine schlechte Diagnose erhalten, weswegen ich operiert werden musste und ich habe gemerkt, dass ich auch keine Kraft für die Essstörung habe. Ich wollte und konnte nicht mehr, denn ich wusste, wenn ich so weiter mache, habe ich verloren. Ich war im Urlaub, hatte Ruhe und hatte im Internet gestöbert. So bin ich auf die Seite von Recoverybuddy gekommen. Ich habe gelesen und gelesen und nochmals gelesen und fühlte mich verstanden. Ich vereinbarte ein Kennenlerngespräch mit der lieben Dani.

Man war ich nervös. Dann kam das Gespräch mit Tamara und somit

begann das 8 Wochen Coaching mit ihr.

Es war ungewohnt über mich zu sprechen, aber Tamara wusste, wo sie ansetzen muss. Sie fragte mich, wann ich mir das Ziel zur Heilung setze und ich antwortete August 2020. Im ersten Moment dachte ich, dass das voreilig ist, nun ist Juli und ich bin so weit gekommen. Ich habe mich an den Essensplan zum größten Teil gehalten.

Mittlerweile höre ich immer mehr auf meinen Körper, was anfangs extrem schwierig war und mich verunsicherte und mich gedanklich zurückwarf.

Ich habe trotzdem weiter gegessen, um es mir anzutrainieren, denn in über 30 Jahren Essstörung habe ich das Essen komplett verlernt.

Eine anfängliche Ernährungstherapie legte einen Grundstein. Im Grunde war es aber nur Essen nach Schema F, der Kopf blieb auf der Strecke. Diesen Schritt, sowie die Entwicklung des intuitiven Essen habt IHR mir ermöglicht. Dieses werde ich noch ausbauen müssen und wollen. Ich lerne hier, nehme die Stimme positiver wahr und schneller wahr und höre auf sie. Und wenn ich nicht auf sie hören kann, suche ich nach einem Ausweg.

Es ist ok, nicht ok zu sein.

Es gibt natürlich auch schlechte Tage, was ich nicht abstreiten will. Da fühle ich meine selbst erwählten Problemzonen. Die Momente bzw Phasen halte ich aus, auch wenn es schwer fällt. Denn im Gegenzug drängt sich mittlerweile eine Ich-Person durch, die zu mir, du bist Jemand, die kleine Nicole ist noch da, nimm sie an die Hand, die erwachsene Nicole passt auf sie auf, du bist jetzt eine Frau, du darfst auch stolz auf deine körperlichen Entwicklungen sein. Du bist Du, und nicht mehr die verlorene Nicole, lebe endlich!

Ich merke auch, dass ich beim Kochen von 2 Portionen gar nicht mehr so mehr auf die Mengen achte. Wenn es mehr ist … Na und? Ich hatte auch einmal solche Lust auf einen großen Becher Eis. Ich habe es gewagt und Du, liebe Dani hast mich darin bestärkt, es am nächsten Tag noch einmal zu tun; was ich auch habe. Ich liebe dieses Eis und ich freue mich mittlerweile am Wochenende schon drauf. Vielleicht ist es ein Ritual, vielleicht die Lust und die Freude des Gestattens und vielleicht lasse ich es irgendwann wieder.

gesunder Abstand

In letzter Zeit habe ich mich einmal aus der Recovery-Gruppe zurückgezogen, nicht aus Feigheit oä. Ich wollte einfach einmal auf meinen Körper hören, ohne Beeinflussung von Erlebnissen, die mich ggfs wieder in meine Vergangenheit zurück katapultieren. Ich lerne viel über diese Recoveryseite und fühle mich verstanden und sie hat mich auf den richtigen Weg gebracht sowie, die Kraft gegeben durchzuhalten. Danke!

Das sich selbst Entdecken ist ein harter Kampf, den Kampf mit der Essstörung aufzunehmen kostet Energie; mit allem was dazu gehört. Sei es, sich darauf einlassen, sei es das Mehressen, sei es den Sport weglassen und vor allem sei es sich endlich Kennenzulernen und Wahrzunehmen. Wenn der Weg beschritten ist und man ihn weitergehen will …. der Kampf lohnt sich, um endlich zu leben und zu genesen.

Und zum Schluss:

Essen macht Spaß, ist lecker und die Freude des sich – endlich – Gestattens ist unbeschreiblich. Es soll nur nicht nebensächlich werden, denn der Genuss beim und am Essen ist wichtig.

Das Gefühl des täglichen Selbstentdeckens, sei es seelisch und/oder körperlich ist lehrreich und kann wunderschön sein.

Du möchtest auch deine Erfolgsstory schreiben?

Trau dich endlich und geh den nächsten Schritt! Das ist der entscheidende Entschluss, JA zu dir und deinen Träumen und Bedürfnissen zu sagen! ?Um dich zu bewerben, klicke entweder auf den Fragebogen und erzähl mir kurz, warum ausgerechnet DU in die individuelle Begleitung aus der Essstörung kommen solltest, oder buche das kostenlose Kennenlerngespräch und wir setzen uns so schnell wie möglich mit dir in Verbindung! Gemeinsam machen wir dich stark! Bis bald, Deine Coaches von Recoverybuddy