Warum ich diesen Erfahrungsbericht schreibe?

 

Ich lernte für mich zu sorgen und einmal „gut“ zu meinem Körper zu sein.

Weil mich damals genau diese Erfahrungsberichte auf dem Blog von Recoverybuddy dazu bewogen mich für ein Coaching zu entscheiden. Die Berichte hörten sich so positiv, motivierend an. Ich muss zugeben, dass ich normalerweise eine sehr sparsame Person bin, weshalb ich lange mit mir selbst haderte ob ich das Geld in mich investiere. Die Summe erschien mir zu allererst sehr hoch. Doch nach dem ersten Kennenlerngespräch mit der lieben Jasmin, stand für mich fest, dass die Gesundheit das Wichtigste überhaupt ist und ich diese Summe irgendwie stemmen werde. Schon nach ein paar Tagen nahm ich wieder Kontakt zu Jasmin auf und teilte ihr mit, dass ich das Coaching in Anspruch nehmen möchte.

 

Von der Sicherheit raus aus der Komfortzone

 

Nun zu mir, ich lebe bzw. (über-) lebe schon seit ca. 10 Jahren mit der Magersucht.
Ein Teil in mir möchte die Essstörung endlich loswerden. Doch es gab/gibt auch noch den anderen Teil in mir, der an der Krankheit festhalten möchte und sie manchmal als gute Freundin ansieht. Das Essen und der Sport ist etwas, was ich „voll im Griff“ habe und die totale Kontrolle darüber habe. Diese Kontrolle, habe ich in vielen anderen Lebensbereichen eben nicht. Das ist möglicherweise ein Grund, warum die Krankheit mir manchmal noch ein Gefühl von Sicherheit gibt.

Als ich mich für das Coaching entschied, war ich an einem Punkt angelangt, an dem ich es einfach satthatte, in diesen Zwängen zu leben und das schöne Leben zu verschwenden. Mir wurde bewusst, wie viel Zeit ich in die Krankheit investiere. Ich musste mich „perfekt“ ernähren, zählte Kalorien und wollte alles kontrollieren. Diese kostbare Zeit möchte ich in Zukunft wieder anders verbringen. Ich möchte Treffen mit Freunden wieder genießen genau so wie Spaziergänge mit meinem Hund. Dabei soll es mir egal sein, wie viel Schritte ich gegangen bin, sondern dass mein Hund und ich Freude dabei hatten.

 

Lernen, für mich einzustehen

 

Das Coaching begann. Zu dieser Zeit war ich an Ende meiner Kräfte. Ich hatte einen sehr anspruchsvollen und stressigen Job. Ich bemerkte, dass ich unter diesen Umständen nicht genesen kann und versuchte meine Stunden zu reduzieren. Mit dieser Idee bekam ich keinen Zuspruch von meinem Arbeitgeber. Letztendlich kündigte ich meinen Arbeitsplatz, da es leider keine andere Lösung gab. Diesen Schritt hätte ich ohne Unterstützung von Jasmin bestimmt nicht gewagt. Es war absolut keine leichte Entscheidung.

Die ersten Tage nach dieser Entscheidung waren schwer. Natürlich machte ich mir Gedanken wie es nun weitergehen soll. Doch nach ein paar Tagen machte sich ein Gefühl in mir breit, welches sagte, dass es die richtige Entscheidung war. Ich kam von meinem Stresslevel herunter und genoss die ruhige Zeit. Ich muss zugeben, so viel Ruhe wie in diese Zeit habe ich mir davor noch nie gegönnt. Ich traute mich beinahe jeden Tag an ein neues „fearfood“ heran. Es fühlte sich gut an. Die Umsetzung fiel mir mit den motivierenden Worten von Jasmin natürlich leichter. Es fühlte sich so gut an mal wieder „gut für sich selbst zu sorgen“. Dieses Gefühl war mir ziemlich unbekannt geworden in den letzten Jahren. Es war toll, wie sich Jasmin mit mir freute, wenn ich mich an neue/unbekannte Lebensmittel herantraute und sie davon teilhaben lies. Auch ich bemerkte immer wieder, wie sich der Extremhunger bei mir meldet. Dieses ungeheure Gefühl, wie ich es nenne, habe ich gelernt ernst zunehmen. Es gelang mir manchmal die Kontrolle etwas loszulassen und dem Extremhunger nachzugeben. Ich verstand, dass es ganz „normal“ ist und ich bzw. mein Körper nicht verrückt spielt, sondern dass dieser Extremhunger mit der Genesung einhergeht. Das waren ca. die ersten 4 Wochen meiner Recovery mit Jasmin.

 

Ups & Downs

 

Ich muss natürlich zugeben, das meine Genesungsphase nicht nur von „Hochs“ geprägt war. Natürlich gab es auch wieder schwierigere Phasen. Doch genau an diesen Punkten finde ich das 1:1 Programm so hilfreich, da ich mich zu jeder Tages- und Nachtzeit an Jasmin via Sprachnachricht wenden kann/konnte. Es tat so gut jemand an seiner Seite zu haben, der dich versteht und dir wirklich hilfreiche Tipps mit auf deinen Weg gibt. Nachdem ich mich kurz mit Jasmin austauschte, ging es mir oft schon viel besser und ich konnte aus meinem Gedankenkreis austreten. Genau diese Möglichkeit, sich ständig austauschen zu können finde ich an diesem Coaching Goldwert. Denn diese intensive Phase ist ein großer Unterschied zu einer ambulanten Therapie, welche meist nur 1-mal in der Woche stattfindet. Ich musste nirgends hinfahren, sondern konnte ganz in Ruhe an meinem Schreibtisch mich mit Jasmin austauschen.

In Momenten, in denen ich „aufgeben“ wollte und zu meinen alten, gewohnten Verhaltensmustern zurückkehren wollte, welche mir einfacher erschienen. Munterte sie mich auf und erinnerte mich wieder an mein Ziel. Unvorstellbar war für mich der Gedanke mein Sportpensum herunterzufahren bzw. gar nicht mehr joggen zu gehen, sondern nur noch Spaziergänge zu unternehmen. Doch ich habe es geschafft. Dies gelang mir mit der Unterstützung von Jasmin. Am Anfang fehlte mir das Glücksgefühl nach einem anstrengenden Lauf natürlich, doch recht schnell bereitete mir ein Spaziergang mit meinem Hund genauso viel Freude und ich war danach auch zufrieden. Mein Körper dankt mir diese Ruhephase sicherlich auch, wenn er nicht mehr dauernd an seine Grenzen gehen muss.

 

Frieden

 

Am Ende des Coachings kann ich auf eine sehr intensive Phase mit mir selbst zurückblicken. Ich glaube so sehr habe ich mich noch nie mit mir selbst beschäftigt. Es wurden nicht nur die Essstörung und deren Symptome aufgegriffen und behandelt. Sondern all meine Ängste, meine Wünsche und meine Ziele für mein zukünftiges Leben wurden besprochen. Gemeinsam mit Jasmin habe ich Ziele für meine Zukunft erarbeitet und konkretisiert.
Was zuvor ein riesen Durcheinander in meinem Kopf war, fühlt sich nun geordneter an. Die Ziele erscheinen für mich nun nicht mehr unerreichbar. Ein großes Ziel brachen wir gemeinsam in einige kleine Ziele herunter. So gehe ich nun mental gestärkt meinen Weg „Step by Step“.

 

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