Bedingungslose Erlaubnis zu essen

  • 3. September 2017

Eine bedingungslose Erlaubnis zu essen klingt zunächst einmal nach keiner so großen Schwierigkeit. Vielleicht nimmst du auch bereits an, dass du dir die volle Erlaubnis schon gibst. Aber wenn du tiefer gräbst, spürst du evtl. einen unterbewussten Widerstand. Vielleicht sind es die “gesunden Dinge”, die du dir in unbegrenzten Mengen erlaubst, aber was ist mit Schokolade und Chips? Gehören diese vielleicht doch noch zur Kategorie verboten oder nicht erlaubt?

Und da ist er. Der Widerstand. Für mich hat es etwas gedauert, diese Erkenntnis für mich anzunehmen. Aber dann änderte sich meine gesamte Denkweise gegenüber dem Essen. Anstatt das Essen in “Gut” und “Böse” einzuteilen, fing ich an, nur nach danach zu gehen, was mir schmeckte und was nicht. Was ich wirklich verlangte, was mein Körper gut verträgt und was ich wirklich essen wollte.

Und diese Vorgehensweise ist ein wichtiger Meilenstein in deiner Genesung.

Warum du dir bedingungslose Erlaubnis geben solltest, zu essen:

Um dich von all den widersprüchlichen Essensregeln zu befreien!

Essensregeln sind Dinge, an die du glaubst, nachdem du Diätbücher gelesen hast, oder mit anderen Menschen über die Ernährung gesprochen hast. Heutzutage spielen auch Instagram-Posts und YouTube-Videos über Fitness und Ernährung eine große Rolle. Der eine streicht Kohlenhydrate, der andere Fette. Mit der Zeit nimmst du automatisch irgendwelche Glaubenssätze und Ernährungsrichtlinien auf, ohne sie weiter zu hinterfragen.

Diese Regeln wollen dir weiß machen, dass du dein Essverhalten unter Kontrolle hast. Du fängst an zu glauben, dass du bestimmten Richtlinien folgen müsstest, um deinen Seelenfrieden zu finden. Somit hat die Diätindustrie ihr Ziel erreicht. Du beginnst, Ersatzware zu kaufen, Fitnessprogramme und Diätbücher. Außerdem noch einen Fitnesstracker, einen Schrittzähler und eine Kalorienapp. Du denkst, dass dein Essverhalten völlig ausarten würde ohne diese Kontrollmechanismen – aber das tut es in Wahrheit nicht! Wenn du diese Essensregeln beseitigst, ist endlich Platz für dein wahres Begehren – körperlich und emotional gesehen. Dein Körper ist einzigartig und es ist deine Aufgabe, herauszufinden, was er benötigt und dafür zu sorgen, dass er es bekommt! Du brauchst keine spezielle Diät, um das herauszufinden. Das jahrelange Diätverhalten hat mich nur unglücklich, dicker und gestresster gemacht.

Um den Teufelskreis aus Restriktion, Fressanfällen und Schamgefühlen zu brechen.

Dieser ewige Kreislauf wird für viele Frauen Kräftezehrend. Du versuchst ständig gut zu sein, indem du weniger oder gesünder isst, nur um am Ende des Tages deinem Heißhunger zu erliegen. Die Schuldgefühle hinterher sind zudem mindestens genauso groß, wie die Mengen, die du zwanghaft gegessen hast.

Dabei ist dies nur eine logische körperliche Reaktion auf das restriktive Essverhalten. Wenn dem Körper keine regelmäßige Energie zugeführt wird, entwickelst du schnell einen übertriebenen Fokus auf die energiedichtesten Dinge auf diesem Planeten: Süßkram und Fastfood. Dabei hat er es speziell auf die Kohlenhydrate in Verbindung mit Fett abgesehen, da dies am schnellsten die größte Energie liefert.. während du dich außer Kontrolle fühlst.

Die anschließenden Schuld- und Schamgefühle lassen dich im Teufelskreis feststecken. Trotzdem traust du dich nicht, den richtigen Weg zu gehen und dir bedingungslose Erlaubnis zu geben. Doch wenn du dies tust, wirst du merken, dass es völlig ok ist, einfach das zu essen, was du willst (sogar, wenn du nicht körperlich hungrig bist!!). Erst, wenn du dir selbst regelmäßig und ausreichend Nahrung zuführst, wird dein Körper sich wieder sicher und wohl fühlen. Auf langer Sicht wird er auch nicht mehr am Rad drehen, wenn es das nächste Mal Essen gibt.

Um deinem Körper zu vertrauen… und dir selbst.

Sich selbst bedingungslose Erlaubnis zu geben erfordert Vertrauen in deinen Körper und dir selbst. Es wird dich herausfordern, deine alten Glaubenssätze zu beseitigen, die du dir um das Essen geschaffen hast. Das sind Sätze, wie: “Wenn ich mir erlaube zu essen, nehme ich unendlich zu“ oder „Wenn ich mir meine Lieblingslebensmittel erlaube, kann ich nicht aufhören, sie zu essen.“

Wenn du auf diesen Artikel geklickt hast, glaube ich, dass du dir durchaus auch ein anderes Szenario vorstellen könntest (und vielleicht sogar wünschst?). Und du gerne wieder Vertrauen in deinen Körper haben möchtest. Zu glauben, dass das, was er tut, richtig ist. Darauf vertrauen, dass er Kohlenhydrate zur Energiegewinnung braucht und das auch mal in Form von Schoko-Keksen geschehen kann. Darauf vertrauen, dass du leckere Speisen genießen kannst ohne dabei die Kontrolle zu verlieren. Darauf vertrauen, dass normales Essen eine Option für dich ist.

Um Essen als Essen anzusehen.

Essen ist nur Essen. Es ist ein Werkzeug, um dem Körper Energie zuzuführen und ihn zu nähren. Es hilft ihm, zu LEBEN. Die Etiketten “Gut” und “Schlecht”, die du den Lebensmitteln zuordnest, sind nur Bewertungen, die du beseitigen kannst! Genauso, wie du alle anderen Regeln rund ums Essen auch verabschieden kannst!

Essen ist nicht ‚gut‘ oder ’schlecht‘. Es gibt Nahrungsmittel, die weniger nährreich sind als andere, aber dennoch können sie integriert werden, denn sie fördern dein emotionales Gleichgewicht!

Auch wenn der Salat noch so viele Vitamine und Nährstoffe besitzt: Wenn du wirklich hungrig bist, und ein Sandwich willst, gibt sich dein Körper mit dem Salat nicht zufrieden. In diesem Moment ist es einfach nicht die beste Option und triggert deinen nächsten Essanfall. Iss’ die Pizza oder was auch immer ohne Schuldgefühle. Therapiere damit deine Seele! Denke dran: Der Stress, den du dir um die Diät und Gewichtsabnahme machst, ist schädlicher für deine Gesundheit als Hin und Wieder Fast Food auf dem Teller.

Am Ende des Tages ist Essen nur noch Essen. Erinnere dich selbst daran, dass du immer alles haben kannst, wann du willst und in den Mengen, die du willst. Wenn du deine Sichtweise dementsprechend änderst, hat das Essen keine emotionale Kontrolle mehr über dich. Du kannst sie zurückgewinnen, indem du dich dazu entscheidest, das Essen als Energiequelle, Nahrung und Vergnügen anzusehen.

Um zu essen, was du möchtest. Ohne Kompensation hinterher.

Du verdienst es, alles essen zu können, was du begehrst und einfach weiterzumachen. Dadurch musst du nichts wieder “gut machen”, denn du hast keinen Fehler gemacht. Es ist nur Essen. Du musst auch nicht erst Sport machen, um zu essen. Du musst nicht erst einen Salat essen, und du darfst auch nach dem Essen einen Nachtisch verspeisen.

Dein Körper weiß, wie er die Nahrung verarbeitet und verdaut. Er wird dir sagen, wie viel er benötigt, um zu funktionieren. – wenn du nur darauf vertraust! Es ist außerdem gut zu wissen,  dass die Mengen variieren können. Manchmal isst du mehr und manchmal weniger. Das ist normal. Dein Körper wird es selbst wieder ausbalancieren, wenn du ihn lässt. Das nächste Mal wirst du weniger hungrig sein.

Anstatt zu kompensieren und wieder auf den Diäten-Zug zu springen, hole tief Luft und warte einfach bis zur nächsten Mahlzeit!

Denke dran: Erinnere dich zu jeder Mahlzeit daran, dass du alles wieder haben kannst, auch zu einem späteren Zeitpunkt. Sage dir: „Ich erlaube mir das. Ich kann es immer haben, wenn ich will.“

 

Noch mehr Hilfe?

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

 

14 Comments on Bedingungslose Erlaubnis zu essen

  • Steph says:
    3. September 2017 at 22:22

    Danke für diesen super Artikel. Ich habe mir diesen Zustand schon so lsnge gewünscht: dass der Körper einfach irgendwann automatisch alles richtig macht. Leider ist das bisher nie von selbst gekommen und die Fressanfälle hängen sich trotzdem dicht aneinander.
    Ich arbeite mit Nadine Pulver-frei vom Esszwang mittlerweile daran und hoffe sehr, dass es bald doch klappt! Ich glaube schon, dass es stimmt, dass man sich kein Lebensmittel böse reden sollte und noch viel mehr, dass wir daran arbeiten sollten, die Ernährungsaussagen anderer an uns abprallen zu lassen- heute hat nämlich wirklich jeder Hinz und Kunz, aus jeder Generation- die Ernährungsweisheit überhaupt erfunden! Da ist es wirklich nicht leicht sich nicht schlecht zu fühlen als Binge Eater. Dran bleiben, selbst bestimmen und sein Wohl über alle Meinungen stellen, das müssen wir schaffen.

    Antworten

  • Daniela Convertini says:
    5. September 2017 at 12:35

    Hallo Steph,

    vielen Dank für deine Erfahrungswerte. Mit Nadine hast du prima Unterstützung, jedoch gehört auch jede Menge Geduld und Vertrauen dazu. Sobald der Ernährungs- und Abnehmstress vorbei ist, wird dein Körper auch loslassen!

    Weiterhin alles Gute & viel Kraft!
    Daniela

    Antworten

  • Pingback: Erlaubnis & Vertrauen? | myfaithremains

  • koessler.sophia says:
    28. November 2018 at 21:12

    Hi,
    Ich probiere seit 4 Tagen MM ubd esse jeden Tag 2500 kcal. Jedoch esse ich das meiste am Abend und da meist Junk Food ich weiß ich sollte mehr untertags essenund und es nicht aufschieben. Meine Frage ist ob es sehr schlimm ist dass ich das meiste (momentan viel ungesundes) am Abend esse oder ob es in erster Linie mal wichtig ist 2500 kcal zu essen und im zweiten Moment das mit der Zeit besser macchen muss. Habe angst, dass ich durch Junk Food schneller und ungesunder zunehme. Aber ist es im Endeffekt nicht egal was ich esse sondern momentan nir wichtig, dass ich täglich auf mind. 2500kcal komme?
    Danke im Voraus
    Lg
    Sophia

    Antworten

    • Daniela Convertini says:
      29. November 2018 at 11:30

      Hallo Sophia,

      das Aufschieben sehe ich in jedem Fall kritisch, weil du damit die Obsession zum Essen verstärkst und der Hormonhaushalt noch mehr durcheinander gebracht wird. Die ursprünglichen Minnie Maud Richtlinien sehen nicht ohne Grund einen Essplan vor, der feste Zeiten und ausgewogene Mahlzeiten enthält.
      Wenn du so weiter machst wie jetzt ist das Risiko sehr hoch, dass du ins Binge Eating und Übergewicht rutschst.
      Ich hoffe, die Information hilft!

      Herzliche Grüße,
      Daniela

      Antworten

      • koessler.sophia says:
        29. November 2018 at 13:21

        Hallo, wieso ins Übergewicht? Wenn ich nur 2500 kcal esse und nicht mehr, ist es dann nicht egal wann? Ok dass ich die Obsession so verstärke stimmt aber bleibe ich bei 2500 kcal ist es doch egal wann ich diese esse oder etwa nicht?

        Antworten

      • koessler.sophia says:
        29. November 2018 at 13:23

        Kommt es nicht auf di tägliche Menge drauf an und nicht wann? Mehr als 2500 esse ich bestimmt nicht. Das mit Übergewicht macht mir angst. Ich esse ja auch mittag und frühstück und vormittags und nachmittags auch. Nur am meisten halt am abend

        Antworten

  • koessler.sophia says:
    29. November 2018 at 13:47

    Dani ich esse bis zum Abendessen ca. 1600 kcal den Rest bis zu 2500 zu Abend ist das so schlimm und gefährde ich da wirklich übergewicht?

    Antworten

    • Daniela Convertini says:
      29. November 2018 at 14:15

      Das Problem ist, das du das Essen zelebrierst und es dadurch immer noch einen großen Stellenwert hat. Ziel ist es, das Essen wieder zur Nebensachen zu machen;)

      Ich bin am besten gefahren mit: 1000 kcal bis 12 Uhr, weitere 1000 kcal bis 18 Uhr und danach nach Gusto.

      Achte auch mal darauf, ob dir 2500 kcal wirklich reichen… Das Risiko ist hoch, dass die abendliche Nascherei in Fressattacken ausartet.

      PS: dies ist kein Diskussionsforum. Da du Kursteilnehmer bist, nutze doch bitte die Gruppe für deine Fragen. Danke!

      Herzliche Grüße,
      Daniela

      Antworten

      • koessler.sophia says:
        29. November 2018 at 16:28

        Danke
        Ja okay.
        Meine Frage war mehr ob beim Zunehmen auch di Zeit ausschlaggebend ist oder nur di kcalmenge am Tag? Kannst du mir eine Antwort geben? Wenn man immer die gleiche Kcalmenge täglich isst, spielt da die Zeit eine Rolle und nur die Kcalmenge.
        Was die Obsession angeht, das verstehe ich sehr gut und bin dabei untertags mehr zz essen.
        Aber die Frage wegen der Zeit und zunehmen kannst du mir das noch bitte antworten. Habe das Gefühl du kennst dich gut aus.
        Danke
        Sophia

        Antworten

        • Pia says:
          29. November 2018 at 20:19

          Liebe Sophia,
          Ich spreche aus Erfahrung da ich selbst meist erst spät frühstücke (unter der Woche um 10:30 und am Wochenende nach dem Gassi gehen so um 12) auch sehr gesund mit Vollkornbrot oder ähnlichem , Gemüse , Obst und Käse oder Wurst. Danach erst wieder am Abend so gegen 19 /20 Uhr. Ich nasche zwar nichts aber dann esse ich eine Portion gekochtes und Brotzeit , brauche das einfach und dann habe ich auch Ruhe zum essen. Zähle keine kcal und die Zeit ist mir egal, konnte bis jetzt nichts verstellen von Zunahme und bin schon lange Normalgewichtig. Du musst nur darauf achten am nächsten Tag nicht gleich um 8 zu essen, die Pause macht es aus. Ich warte immer ca. 10-12 Std bis zum Frühstück. Hoffe ich konnte dir helfen.

          Antworten

          • koessler.sophia says:
            29. November 2018 at 20:24

            Danke

          • koessler.sophia says:
            29. November 2018 at 20:26

            Wie meinst du die pause? Geht es beim Zunehmen nich hauotsächlich umund die, tägliche Kcalmenge? Da ich Schule gehe frühstpcke ichch um 6:30uhr und esse bis ca. 20uhr abends

  • Pia says:
    2. Dezember 2018 at 20:21

    Naja mit „Pause“ tust du deinem Körper gutes, da er bei einer größeren Essensmenge eine bestimmte Verdauungspause braucht und du dann erst wieder essen solltest nicht weil es die ihr sagt sondern wenn du Hunger hast.

    Antworten

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