Recovery

Borderline & Essstörung: Was mir endlich half!

  • 29. Januar 2019

Hallo liebe Mitkämpferinnen ☺

Mein Name ist Eva und zur Zeit arbeite ich in drei Bereichen meines Lebens – direkt mit dem Essen hat keiner davon zu tun. Ich möchte gleich vorneweg sagen, dass das MEIN Weg ist. Vielleicht ist es nicht der richtige Weg für dich, vielleicht kannst du nur ein paar Dinge von mir lernen oder vielleicht unterschreibst du meinen ganzen Text. Das ist ganz allein deine Entscheidung und nur du weißt, was richtig für dich ist ☺.

Ich muss ein bisschen ausholen… Seit 15 Jahren habe ich die Diagnose Borderline und habe erst im letzten Jahr die perfekte Therapie für mein Grundproblem gefunden. Bisher wurden immer nur meine Symptome behandelt, sodass ich wieder der „äußeren Norm“ entsprach und mit dem Strom schwimmen konnte.

Ich habe endlich eine Therapie gefunden, die sich mit den Wurzeln meiner Störung beschäftigt und somit habe ich auch einen ganz anderen Zugang zu mir selbst gefunden. Ich besuche seit einem Jahr auch eine Skills-Gruppe für Borderliner, die mir auch sehr gut hilft und mir sehr viele Tipps und Tricks an die Hand gibt, um mein Leben auf eine schöne, spannende und herausfordernde Art zu meistern ☺ Ich möchte euch hier einfach nur ein paar gedankliche Inputs vermitteln, die mir und meinem Leben mehr Wert gegeben haben.

Achtsamkeit

Das war mitunter das Schwerste für mich, ich habe mein Leben immer in einem extremen Eiltempo gelebt. Ich war mit meinem Kopf und auch mit meiner Seele immer irgendwo anders, nur nicht im Hier und Jetzt. Ich habe mich immer von mir selbst abgelenkt, sei es mit shoppen, essen, nicht essen, Sport, schneiden, betrinken, aufräumen usw., ich glaube ihr wisst was ich meine.

Schlussendlich explodierten dann natürlich meine Gefühle in regelmäßigen Abständen. Da ich auch nie Gefühle zuließ und nie lernte, sie zu akzeptieren, hatte ich auch immer Angst vor meinen Gefühlen. Ich bestrafte mich für meine Gefühle oder lenkte mich durch Selbstzerstörung ab. Ich habe meine Gefühle nie zugelassen, sondern einen sinnlosen Krieg gegen sie geführt!

Achtsamkeit hat mich da rausgeholt.

Ich habe langsam angefangen mich für meine Spannungen zu interessieren, habe wochenlang jede Stunde mein Befinden aufgeschrieben. Ich habe den Pause-Knopf gedrückt und kurz in mich hineingehört.

  • Wie geht’s mir?
  • Was fühle ich?
  • Was denke ich?

usw. (Ich kann euch da gerne ein gute Anleitung geben, Buchtipp: Das ACT-Selbsthilfebuch)

Nach und nach konnte ich mich selber besser einschätzen und wusste nun, wann ich nur angespannt bin oder schon total in einer Emotion drin hänge. Desweiteren machte ich täglich Achtsamkeitsübungen (ja ich kam mir am Anfang echt blöd und Eso vor xD) aber heute, fast ein Jahr später ist diese Achtsamkeit in mich übergegangen. Durch die Übung, sich selbst und das Drumherum für eine kurze Zeit bewusst wahrzunehmen, tue ich das nun schon bewusst in meinem Alltag. Ich sehe den Schnee fallen und spüre was Schönes dabei, ich sehe zugefrorene Mini-Pfützen und finde sie schön, ich merke das mir das Lachen mit meiner Freundin gut tut.
Und ich merke, dass ich es gerade gut finde, dass ich alleine bin usw. So kleine Sachen fallen einem im Alltag auf, man lebt bewusster, nicht nur wie eine Hülle vor sich hin. Ich habe auch angefangen jeden Abend (naja, ab und an vergesse ich’s ;)) schöne Erlebnisse aufzuschreiben. Als ich das lange genug gemacht habe, habe ich auch bewusst im Alltag schöne Sachen wahrgenommen und hab mich gefreut, dass ich die am Abend in mein Happy-Buch schreiben konnte.

Ich habe gelernt, MICH wahrzunehmen durch Achtsamkeit, Gefühlsprotokolle und Happy-Tagebücher. Ich lernte somit, dass ich meine Gefühle beeinflussen kann und nicht bis zu einen extremen Stress-Level alles verdrängen sollte, um dann in der Emotion zu explodieren.

Soziales Netz

Hmm, was habe ich in meinem sozialen Netz gelernt?

Das Wichtigste ist, dass ich alle aus der Verantwortung herausgenommen habe! Ja, meine Eltern haben vielleicht viel Mist gebaut in meiner Kindheit, ja natürlich hätte ich besser aufwachsen können. Aber hey, erstens wussten sie es nicht besser und zweitens bin ich jetzt erwachsen. Ich bin nicht mehr angewiesen auf meine Eltern, ich kann mich selbst um mich kümmern.

Ich habe gelernt meine Kindheit zu akzeptieren, ändern kann ich sie nicht, ich kann nur meine Einstellung dazu ändern! Ich habe losgelassen, ich habe keine Wut mehr, oder gebe die Schuld für mein Leben meiner Kindheit.

Es ist nun mal so. Jetzt bin ich groß und für mich und meine Einstellungen, Entscheidungen und für mein Glück selbst verantwortlich. Meinem Freund habe ich auch immer die Schuld und Verantwortung zugeschoben. Er hat immer vieles abbekommen, weil ich sein Verhalten kritisiert habe, und ihm gesagt habe, was er falsch macht und ich doch so nicht gesund werden kann. Es gab viiiieeele Streitereien, bis ich erkannt habe, dass ich ihm zu viel Verantwortung übertragen hatte. Ich habe von ihm Sachen verlangt, die über die Beziehungsebene hinausgehen. Ich möchte hier nicht sagen, dass ein Partner keine Verantwortung übernimmt und passiv sein sollte. So möchte ich das nicht ausdrücken, er hat natürlich in der Beziehung eine Verantwortung, dass es mir und ihm gut geht. Aber er hat nichts mit meinem Selbstwert zu tun, er hat auch nichts damit zu tun, ob ich esse oder nicht. Er kann mich begleiten, aber mehr nicht.

Die Krankheit habe ICH, nicht unsere Beziehung!

Ich darf nicht von ihm erwarten, dass er mich füttert, im körperlichen wie auch im emotionalen Sinn. Ich bin für mich selbst verantwortlich und nicht er. Ich muss noch dazu sagen, dass mein Partner und ich uns nun seit knapp 10 Jahren kennen und fast durchgehend eine Beziehung geführt haben und er wirklich viel abbekommen hat. In krassen Zeiten gab ich sogar ihm die Schuld, dass ich immer noch krank bin. Aber ich habe erkannt, dass nicht er mich gesund macht und dass das auch nicht seine Aufgabe ist.

Ich mache mich gesund und er kann mich dabei begleiten.

Freundschaften fielen mir schon immer schwer. Ich hatte immer Angst, dass mich niemand mag und dass ich alles dafür tun muss, dass mich jemand mag. Das stimmt nicht, das waren die Dämonen in meinen Kopf, meine Denkmuster, die ich über die Jahre aufgebaut habe. Ich habe so viel unbewusst darüber nachgedacht, was andere von mir halten könnten, dass ich schon fast eine soziale Phobie entwickelt hatte. Und das, nur wegen meinen Gedanken, nicht wegen Taten der Anderen. Ich komme eigentlich gut an, ich bin nicht unbeliebt in meinem Studiengang, oder bei den Menschen, die ich kenne. Trotzdem haben meine inneren Dämonen mir immer gesagt, dass ich nix bin. Ich habe immer noch wenige Freundinnen, aber ich arbeite daran, durch meine neu gewonnene Achtsamkeit kann ich meine negativen Gedanken bewusst erfassen und somit anhand der Realität überprüfen.

Und ich

Das Thema ICH, kostet mich fast am meisten Energie, aber es ist auch der spannendste und herausforderndste Teil. Natürlich brauche ich für die anderen Teile, Achtsamkeit und Soziales Netz, auch ganz viel Selbstreflexion und Wissen über mich und meine inneren Dämonen. Aber in der Arbeit mit mir selbst kommen am meisten Gefühle auf. Hier habe ich am meisten Erkenntnisse gewonnen.

Ich arbeite schon lange an mir, aber ich würde sagen seit knapp einem Jahr hat es erst richtig angefangen, klick zu machen und ich bin auf dem richtigen Weg.

  • Ich habe mit dem inneren Kind gearbeitet, meine Werte herausgefunden und mich mit meinen inneren Denkmustern beschäftigt.
  • Ich habe meine Selbstzweifel hinterfragt, ich habe mich mit meinem eigenen Wert beschäftigt und auch ganz intensiv mit meinen Gefühlen.
  • Ich habe gelernt, dass ich meinen Gefühlen nicht ausgeliefert bin, ich habe das Zepter in der Hand.
  • Ich kann auf meine Gefühle eingehen und sie abschwächen.
  • Ich habe gelernt, Verantwortung für MICH zu übernehmen.

Ich entscheide über meine Gefühle, meine Gedanken und Interpretationen und die wiederum entscheiden ob ich mich gut oder schlecht fühle.

Natürlich rede ich mir nicht alles gut, es gibt auch einfach nur Scheiß-Situationen oder Streitereien und auch für die negativen Gefühle übernehme ich Verantwortung. Ich und nur ICH trage Verantwortung für meinen Körper, meine Seele und meinen Geist!! Ich habe akzeptiert, dass meine Erfahrungen mich in einer gewissen Weise geformt haben, aber ich kann mich umformen!
Und nur ich kann das, nicht mein Freund, nicht meine Eltern, nicht meine Freundinnen und auch nicht meine Therapeutin. Sie alle können mich auf meinem Weg begleiten, aber die Schritte mache ich und sonst niemand!!

Ich würde euch gerne sagen, das dass alles vollkommen easy ist, aber ich bin ehrlich: nein, es ist schwer! Jeden Tag kostet es Energie, sich für den richtigen Weg zu entscheiden. Es macht Angst. Es gibt Situationen, die mich extrem herausforderten, zumal ich ja noch ein Berufsleben, ein Sozialleben und eine Beziehung daneben führe. Aber ich bin es mir Wert!

Ich will ein schönes Leben!

Ich arbeite im sozialen Bereich und ich habe mit vielen Menschen zu tun, die sich aufgegeben habe, mit tut das natürlich weh, aber es gibt mir auch einen Arschtritt, wir hatten das Durchhaltevermögen und selbst kaputt zu machen, also haben wir auch das Durchhaltevermögen unser Leben wundervoll zu machen!!! Wir können das!!
PS: Ja, hier steht nichts von meinem Essverhalten, warum? Als ich vor knapp einem Jahr meine Therapeutin kennengelernt habe, habe ich sie gleich gefragt, ob ich ein Ernährungstagebuch brauche und ob ich zunehmen sollte oder Ähnliches. Sie sagte mir nur: Eva, wir sind nicht hier um dein Essverhalten zu normalisieren, wir sind hier um deinem Leben, deinen Gefühle, deinen Denkmuster und deiner Innen Eva mehr Wert zu geben! Das mit dem Essen wird sich durch diesen Prozess langsam normalisieren, wenn du dich, deinen Wert und deine Gefühle kennenlernst und dich selbst lieben lernst!! Das kompensieren mit der ES wird langsam aber sicher wegfallen…..und ja es stimmt, jeden Tag werden meine inneren Dämonen kleiner und ich werde größer wenn ich genug auf mich schaue und mich gut ernähre!

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

1 Comment on Borderline & Essstörung: Was mir endlich half!

  • Marie says:
    3. Februar 2019 at 14:38

    Liebe Eva! Das ist ein bewegender Beitrag! Danke für deine Geschichte!

    Antworten

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