Kleines FAQ – Eure Fragen beantwortet

  • 24. Juli 2017

Es erreichen mich täglich sehr viele Fragen zum Thema Essstörung, Gewichtszunahme und Körperakzeptanz, auf die ich nun einmal eingehen möchte.
Wenn auch du noch Fragen hast, die in diesem FAQ unbeantwortet bleiben, dann sende mir einfach eine Nachricht über das Kontaktformular, oder trete unserer privaten Facebook-Gruppe bei.

Los geht’s…

 

1) Wer hat dich besonders dazu inspiriert, zu genesen und Selbstliebe zu praktizieren?

Die erste Person, die mich inspirierte, war meine Tutorin in der Ausbildung zur Ernährungsberaterin. Sie strahlt eine herrliche, innere Ruhe und Gelassenheit aus und alles, was sie tut, tut sie leidenschaftlich. Sie behandelt sich selbst und andere stets respektvoll und war mir daher ein großes Vorbild. Sie strahlt vor allem innere Schönheit aus, die sich auch nach Außen bemerkbar macht. Das fand ich von Anfang an faszinierend. Weiterhin wurde ich auch durch diverse Instagramer täglich inspiriert, z.B. @bodypositivepear @followtheintuition und @bodyposipanda.

2) Was machst du an Tagen, an denen du ein schlechtes Körpergefühl hast?

Ich kümmere mich an diesen Tagen ganz besonders um mich und mein Wohl. Ziehe bequeme Kleidung an und relaxe viel. Was mir in solchen Momenten noch hilft, ist es, Fotos von mir anzuschauen, die ich sehr mag, oder Fotos aus Kindertagen, in denen meine Unbeschwertheit sichtbar ist. Ich erinnere mich dann immer an die Zeit zurück und erinnere mich daran, was mir damals Freude bereitet hat. An solchen Tagen fokussiere ich mich ausschließlich auf die Körperteile, die ich an mir mag.

3) Was machst du bei Essdruck oder Heißhunger auf Schokolade & Co?

Ich gebe mir zu jeder Zeit die Erlaubnis einen Fressanfall zu haben. Normalerweise habe ich Suchtnahrung nicht mehr daheim oder auf Vorrat, da ich es nicht mehr benötige. Heißhunger auf Schokolade habe ich nie, das war einmal anders. Heute kommt vielleicht eher Lust auf etwas Deftiges auf. Ich kaufe mir dann genau das, was ich begehre in guter Qualität und in einer angemessenen Portion. Das ist dann z.B. eine gute Pizza vom Italiener. Danach weiß ich, dass ich satt bin. Die Gelüste danach stammen meist vom Suchtgedächtnis. Daher überlege ich noch einmal kurz, ob ich wirklich noch Hunger habe, oder ein anderes Gefühl “wegessen” möchte.
Wenn ich emotional nicht “gesättigt” bin, hole ich mir mein Lieblingsgetränk und verlasse die Küche. Während des Trinkens wird mir meist bewusst, was mir tatsächlich fehlt.
Seitdem alles erlaubt ist und ich intuitiv essen kann, sind diese Momente selten. Ich weiß, dass ich jeden Tag alles haben kann, daher ist nichts mehr besonders begehrenswert.

4) Wie lange hast du nach den Minnie Maud Richtlinien gegessen?

Etwa 4 Monate und anschließend noch einmal 2 Monate nach einem groben, strukturierten Essplan mit weniger Kalorien (als sich mein Sättigungsgefühl wieder einstellte).

5) Wie schaffst du es, das schlechte Gewissen nach einem üppigen Mahl und eventuell auch flüssigen Kalorien loszuwerden (z.B. bei Restaurantbesuchen, Feiern etc.)?

Solche Situationen habe ich früher sehr oft gemieden, oder ich hatte versucht,  sie wieder auszugleichen. Heute würde ich das auf keinen Fall mehr tun und das beste Mittel gegen diese Angst ist, sich ihr immer wieder zu stellen und die Komfortzone zu verlassen.
Dabei kannst du schrittweise vorgehen. Zum Beispiel kannst du einen Kaffee trinken gehen, das nächste Mal isst du ein Stück Kuchen/Kekse dazu, oder trinkst stattdessen eine Eisschokolade. Die erste Zeit wird es unangenehm sein und die Stimmen schreien laut auf, aber je öfter du es tust, desto leiser werden sie.
Und dann merkst du plötzlich, das gute Gefühl in dir und bist froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Dieses Gefühl der Freiheit kann und soll dir keiner mehr nehmen! Es ist unbezahlbar.
Setze dich nicht unter Druck, wenn du noch nicht bereit dazu bist. Die erste Priorität ist, dass das Essen daheim gut funktioniert. Erst dann solltest du den nächsten Schritt wagen.

6) Hast du Tipps für jemanden, der das negative Verhältnis zum Essen gerne ändern würde?

Als erstes solltest du dich fragen, warum du dieses negative Verhältnis zum Essen hast bzw. wann sich dieses gewandelt hat.

In 99 % der Fälle resultiert das negative Verhältnis zum Essen aus dem Wunsch heraus, abzunehmen, oder fitter zu werden. Oftmals geschieht dieses in einem Moment, in dem etwas in unserem Leben aus dem Ruder läuft und wir die Kontrolle verloren haben.
Wenn dir klar wird, was dich tatsächlich in die Verzweiflung und die Besessenheit mit dem Essen getrieben hat, wird es einfacher, dagegen anzugehen. Die wichtigen Schritte, die für mich nötig waren, sind:

  • Kalorienapps löschen
  • Kalorienzähl-Seiten löschen
  • Diätseiten/Diätforen löschen (ggfs. Mitgliedschaft beenden)
  • aus Diät-Gruppen austreten
  • Bücher / Magazine verschenken oder verkaufen

Es ist ok, wenn du nicht sofort in die Vollen gehen kannst. Auch ich habe eine ganze Weile noch einmal diverse Seiten besucht, bis ich sie endgültig aus meinem Leben verbannt habe.
Die nächste Herausforderung ist die, die Kalorien nicht mehr im Kopf zu zählen. Setze dich dazu bewusst hin und überlege, was du immer wieder isst (der Kalorien wegen), aber tatsächlich gar nicht wirklich magst. Als nächstes schreibst du einen neuen Einkaufszettel OHNE diese Lebensmittel. Hast du dich dazu überwunden, und eine Mahlzeit außerhalb der Komfortzone genossen, ersetze die Frage nach “wie viele Kalorien hatte das wohl jetzt??” in “Hat mir das geschmeckt? Bin ich gut satt?” Kannst du diese Fragen mit Ja beantworten, dann beende das Essen und versuche die aufgenommene Energie sinnvoll zu nutzen, in dem du kreativ wirst, die Arbeit fortsetzt, oder Erledigungen tätigst.
Wenn du die Fragen mit Nein beantwortest, dann frage dich, was du stattdessen oder zusätzlich gerne hättest, wenn Kalorien nicht existieren würden. Ich habe mir immer wieder bewusst gemacht, dass ich das Essen mag und das Hungern hasse.

Die Beziehung zum Essen wurde aus meinen negativen Gedanken darüber geformt.

Viele Bücher beschäftigen sich mit dem Lob des Essens und mit der Frage, wie man seinen Hunger ehrt. Eine kleine Auswahl findest du hier.

7) Wie hast du aufgehört, Kalorien zu zählen?

Wie oben schon erwähnt, war es nötig, alle zusammenhängenden Seiten, Apps & Gruppen aus meinem Leben zu verbannen.
Immer, wenn ich das Bedürfnis hatte, etwas nachzuschauen, habe ich mir gesagt, dass mein Körper mir schon sagen würde, ob es genug oder zu wenig Kalorien waren. Spätestens morgen würde er es schon wieder ausbalancieren, in dem er mir mehr oder weniger Hunger signalisierte.
Wusstest du, dass zu der Zeit, in der Kalorien nicht bekannt waren, auch das Übergewicht kein Thema war? Das ist sicher kein Zufall:)

Außerdem habe ich viele Mythen über Kalorien aufdecken können. Als ich immer mehr losließ von der Rechnerei, konnte ich an meinem eigenen Körper feststellen, dass eine Kalorie nicht gleich eine Kalorie ist. Mehr dazu erfährst du in meinem Onlinekurs “deine Kampfansage”.

8) Was ist dein Lieblingsessen, welches du nach der Genesung wiederentdeckt hast?

Als Halbitalienerin ist das natürlich die Steinofen-Pizza!:)
Die muss es regelmäßig geben, sonst bekomme ich Entzugserscheinungen.

9) Wie hast du dich vom strukturierten Essen lösen können?

Nach dem strukturierten Essen konnte ich schrittweise in das intuitive Essen übergehen. Anfangs habe ich die Zeiten noch eingehalten, dafür aber intuitiv gewählt, was ich essen möchte. Erst die Zwischenmahlzeiten, dann eine Hauptmahlzeit, dann 2 usw.

So bekam ich immer mehr Vertrauen und habe schließlich auch den Zeitplan etwas locker gelassen. Gravierende Veränderungen gab es nur beim Frühstück, sodass ich nun viel später hungrig werde und auch eine Zwischenmahlzeit weniger benötige. Ich bin nun sehr flexibel, wenn ich auf Reisen oder unterwegs bin. Für jeden sieht die Essroutine anders aus, jedoch ist es wichtig, nicht zu lange mit dem Essen zu warten (maximal 4 Stunden) und den strukturierten Essplan auch erst zu verlassen, wenn Hunger- und Sättigungsgefühl wieder vollständig hergestellt sind!

10) Bist du durch eine Fress-Phase gegangen während der Genesung?

Zunächst einmal definiert jeder das Wort “Fressanfall” oder “Essattacke” anders. Ich für meinen Teil kann bestätigen, dass ich unter einem unbändigen Extremhunger litt, der mich lange Zeit davon abhielt, zu genesen.

Als ich mich dazu entschieden habe, nicht mehr dagegen anzugehen, konnte ich phasenweise bis zu 10.000 Kalorien an einem Tag konsumieren. Diese Phasen waren die schwierigsten und zugleich die heilsamsten auf meiner Reise. Dabei war es wichtig, dass ich mich innerlich nicht gegen diesen Drang wehrte, sondern mir selbst volle Erlaubnis gab.

11) Was sind die essentiellen Schritte zur Selbstliebe?

Bevor sich die Selbstliebe in dir entfalten kann, ist es nötig, dich und deinen Körper anzunehmen und so zu akzeptieren, wie er ist. Diese Schritte helfen dir dabei:

  1. keine Diäten mehr durchführen (Stressbelastung für den Körper)
  2. regelmäßig das Lieblingsessen essen
  3. Sich einer Person oder einer Personengruppe offenbaren, um Hilfe und Unterstützung zu erfahren
  4. sich jeden Tag etwas Gutes tun
  5. Akzeptieren, dass Äußerlichkeiten dich nicht weniger liebenswert machen
  6. sich jeden Tag daran erinnern, wie schön Spontanität im Leben ist
  7. Akzeptieren, dass es kein “perfekt” gibt
  8. Jeden Tag die positiven Affirmationen lesen
  9. Dich selbst an 1. Stelle stellen

Noch mehr Hilfe?

Sende mir einfach eine Nachricht über das Kontaktformular, oder besuche meinen Onlinekurs “deine Kampfansage” !
Mein kostenloser Ratgeber steht dir jederzeit als Download zur Verfügung.
Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy <3

2 Comments on Kleines FAQ – Eure Fragen beantwortet

  • Milli says:
    29. Juli 2017 at 20:10

    Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Post, mir nimmt das ein bisschen Angst davor, die Kontrolle mal zu lockern.. Ich finde es toll, dass Du vielen Menschen da draußen mit deinem Blog Hoffnung gibst. Vor allem finde ich es cool, dass mal jemand das ganze Minnie Maud Konzept auf deutsch erklärt, haha 🙂 Mach weiter so! Wenn du willst, kannst Du auch mal auf meinen Blog vorbeischauen – ich schreibe auch viel über meinen Weg aus der Magersucht: http://www.apugsthought.blogspot.de Ich würde mich sehr freuen!

    Antworten

    • Daniela Convertini says:
      30. Juli 2017 at 10:59

      Hallo Milli,

      vielen Dank für deine Worte! Freut mich, wenn ich helfen kann:)
      Selbstverständlich schaue ich auf deinem Blog vorbei!

      Liebe Grüße,

      Dani

      Antworten

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