Emotionales Essen

lernen Gefühle auszuhalten – Praxisanleitung

  • 17. Oktober 2018

Gefühle aushalten oder wie du mit deinen Gefühlen „sitzt”

Die meisten von uns sind so darauf konditioniert, die sogenannten „positiven“ Gefühle (Freude, Glück, Aufregung, Liebe, Dankbarkeit) zuzulassen und zu versuchen, die sogenannten „negativen“ Gefühle (Wut, Verletzung, Scham, Schuld, Traurigkeit und Angst) zu kompensieren, loszuwerden oder zu unterdrücken.

Ich setze „positiv“ und „negativ“ in Anführungszeichen, weil mir die Einteilung der Gefühle in Gut und Schlecht nicht gefällt. Was wäre, wenn wir Gefühle einfach als Gefühle betrachten würden ohne sie zu bewerten? Vielleicht mindert dies den Wunsch, die „negativen“ zu ändern und an den „positiven“ festzuhalten. Vielleicht würden wir durch die Erfahrung mehr in der Lage sein, Gefühle anzunehmen, wie sie sind.

Warum ich darüber schreibe hat folgenden Grund: Vor kurzem sagte mir eine Klientin in einem Beratungsgespräch: „Ich habe versucht, mit den Gefühlen zu sitzen, aber das machte alles nur noch schlimmer.“

Dann fragte ich sie konkret danach, was sie damit meinte, mit den Gefühlen zu sitzen.

Wie genau lief dieser Prozess ab?

Sie erzählte mir dann, dass sie sich einfach hingesetzt hatte, ohne Ablenkungen und dachte darüber nach, was passiert war und was die Gefühle auslöste, die sie hatte.

Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube darüber, was es wirklich bedeutet, mit den Gefühlen „zu sitzen“.

Es bedeutet nicht, sich mit dem Ursprüngen und den Hintergründen jener Gefühle zu befassen.

Wenn du versuchst, mit den Auslösern zu sitzen, ist das Risiko hoch, dass diese Gefühle immer wieder ausgelöst werden.

Mit den Gefühlen zu sitzen bedeutet vielmehr, sich den sensorischen Auswirkungen in deinem Körper zuzuwenden und auf genau diese einzugehen.

Spüre, WO in deinem Körper die Gefühle am aktivsten sind. Sitzen sie in deinem Bauch, deiner Brust, deinem Hals, deinem Hals oder deinen Schultern? Vielleicht sitzen sie auch in deinen Gliedmaßen.

Erkunde, ob die Gefühle eine Form, Größe, Farbe, Dichte, Temperatur oder Textur haben.

Bleiben die Gefühle an einem Ort oder bewegen sie sich?

Wenn du sehr achtsam bist – werden sie größer, kleiner, intensiver oder diffuser?

Achte weiterhin darauf. Was passiert dann? Bewegen sich die Empfindungen auf andere Körperteile oder bleiben sie an Ort und Stelle?

Achte immer sehr genau darauf, auf welche Sinnesorgane sich die Gefühle auswirken. Mit etwas Übung sollte sich eine Art Entspannung einstellen. Stelle dir dafür vor, dass sich die Anspannung zu lösen beginnt, wie eine Spule, die sich abwickelt:) Höre nicht auf, bis du diesen Moment spürst.

Es könnte sein, dass die Emotionen zu mächtig oder zu schmerzhaft für dich sind, um diese Übung alleine auszuführen. Bitte suche dir in dem Fall jemanden, der dich dabei unterstützt!

In der Zwischenzeit kannst du mit weniger intensiven Gefühlen üben, wie kleinen Enttäuschungen oder Ärgernissen im Alltag.

Tipps zum Sitzen mit deinen Gefühlen

Wenn du merkst, dass dich etwas emotional aufgewühlt hat, gehe noch einmal zurück in die Situation, in der es passiert ist. Spiele sie wie einen Film in deinem Kopf ab, atme tief durch und kehre zurück in das jetzige Befinden deines Körpers.

Immer, wenn du dich dabei erwischst, dass du deine Reaktionen/deine Taten versuchst, zu rechtfertigen oder eine andere Person beschuldigst, kehre zurück und spüre in dich hinein.

Wenn du bemerkst, dass du dich selbst oder die andere Person verurteilst – kehre zurück und spüre in dich hinein.

Wenn du anfängst, die Situation zu analysieren, kehre zurück und spüre in dich hinein.

Emotionen sind Energie in Bewegung. Was sie brauchen ist, dass du sie spürst.

Emotionen kannst du nicht im Kopf spüren. Sie wirken im Körper.

Denken geschieht im Kopf 🙂 Wo sitzen deine Gefühle fest?

Übersetzt aus dem englischsprachigen Blog: https://peacefuleating.co.uk/how-to-sit-with-your-feelings/ von Autorin Vania Phitidis.

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Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

 

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