Magersucht zu Übergewicht. 5 Fatale Fehler in der Genesung

  • 3. April 2019

Zuerst in der Hölle der Anorexie, dann Alptraum Übergewicht

(Übersetzung aus dem Artikel https://www.mirror.co.uk/news/uk-news/anorexic-hell-obese-nightmare-how-8148049)
+ Mein Kommentar zum Artikel über Brittany Burgunder.

Die 27-jährige Britin Brittany Burgunder nahm in einem Jahr 73 kg zu, nachdem sie sich entschloss, gegen die langjährige Magersucht anzukämpfen, die sie beinahe umbrachte.

Zu ihrer schlimmsten Zeit wog Brittany nur noch 25 kg und war dem Tod so nahe, dass ihre Familie schon die Trauerfeier plante.
Aber nachdem sie die tödliche Sucht überwunden hatte, kämpfte Brittany mit täglichen Fressattacken, in denen sie bis zu 20.000 kcal konsumierte. So nahm sie in nur einem Jahr 73 kg zu und wog zuletzt 98 kg.


Bilder-Quelle: https://www.mirror.co.uk/

Es folgten gescheiterte Diätversuche und Abnehmkliniken bis sich Brittany endlich dazu entschloss, selbst die Kontrolle über ihr Leben zu übernehmen.

Aktuell ist Brittany wieder im gesunden Gewichtsbereich und teilt ihre Geschichte in der Hoffnung, anderen helfen zu können.

Fehlende Nachsorge

„Nachdem ich aus der Klinik entlassen wurde und alleine zu Hause zurecht kommen musste, war ich einfach nur überfordert. Ich fing an alle Lebensmittel zu essen, die ich mir die letzten 7 Jahre verboten hatte. Durch die Fressanfälle nahm ich an Gewicht zu. Also rutschte ich in die Bulimie, weil ich mit der Gewichtszunahme nicht klar kam und anfing zu kompensieren und zu erbrechen… Ich wurde auch abhängig von Abführtabletten. Täglich konsumierte ich bis zu 20000 kcal. Ich wurde einsam und unglücklich, benutzte das Essen, um mich zu betäuben und mit der Situation klar zu kommen. Es lenkte mich ab von all dem, was ich durchmachen musste und den Hänseleien in der Schule.
Nach der Klinik konnte ich mich zu Hause nicht mehr stoppen und aß alle Lebensmittel im ganzen Haushalt auf. Es fühlte sich gut an, aber teilweise auch beängstigend, da ich einfach nicht wusste, wie ich damit aufhören sollte. Ich konsumierte 12 Donuts als Vorspeise und aß danach noch so viel Junk Food bis ich in ein Fresskoma fiel. In nur 12 Monaten nahm ich über 70 kg zu! Ich tauschte meine Magersucht ein gegen eine Binge Eating-Störung und fand mich nun in Abnehmkliniken wieder und sollte Diäten machen.
Wenn ich jetzt zurück blicke, habe ich mich zu stark auf mein Äußeres fokussiert anstatt meine Seele zu heilen. „

Erst nach 10 weiteren Jahren (!!!) gelang es Brittany wieder ein gesundes Gewicht zu erlangen und ihr Psychologiestudium wieder aufzunehmen.

MEIN KOMMENTAR
Aka die fatalen Fehler in der Genesung und wie du sie vermeiden kannst:

Ich freue mich sehr für Brittany, dass sie dem Gedankenkonstrukt „Essstörung“ entfliehen konnte, auch wenn sie einen Umweg wie ich machen musste, um zu verstehen, was auf körperlicher und mentaler Ebene passiert, wenn man NUR AM SYMPTOM herumdoktert.

Fehler Nr. 1.
Frühzeitige Entlassung.

In Kliniken ist nur Zeit, um das SYMPTOM (Untergewicht) zu behandeln: Da Betroffene durch die Magersucht in einen lebensbedrohlichen Zustand geraten, setzen die Kliniken natürlich erstmal alles daran, die Symptome (Untergewicht, Nährstoffmangel) zu bekämpfen. In dieser Zeit wird wenig an den Ursachen der Selbstzerstörung gearbeitet, weshalb die anschließende Therapie unbedingt notwendig ist.
Ein Klinikaufenthalt mit REALISTISCHEN Heilungschancen müsste für etwa 1 Jahr genehmigt werden, so wird es in unserem Gesundheitssystem aber nie realisiert werden.
Oft wird aber noch nicht mal eine ambulante Nachsorge in die Wege geleiten, Patienten werden als „gesund“ entlassen, weil sie wieder Normalgewicht erreicht haben, oder werden ohne Hilfsmittel und Informationen sich selbst überlassen.

Fehler Nr. 2.
Keine Aufklärung über den EXTREMHUNGER und wie man diesen bändigen kann (ohne ins Extreme zuzunehmen)

Der extreme Hunger nach einer Hungerphase (egal ob Untergewicht oder nicht) ist ein altbekanntes Phänomen und eine ganz normale Reaktion deines Körpers aufgrund von NÄHRSTOFFMANGEL.
Um mit dem Essen nicht in das nächste Extrem zu rutschen (besonders in der Anfangsphase der Recovery), rate ich, feste Mahlzeiten einzuhalten um dein Sättigungsgefühl zu trainieren und auch Snacks einzuplanen, in denen du dir immer mehr neue Fearfoods erlaubst. Das hat den Vorteil, dass sich dein Blutzucker stabilisieren kann und nicht ständig Achterbahn fährt. Auch dein Sättigungsgefühl kann sich erst wieder regulieren, wenn die Körperzellen genügend Nährstoffe bekommen.

Achte also darauf, dass du nicht ausschließlich ehemals Verbotenes/Süßigkeiten isst, sondern einem groben Plan folgst. Auch das Aufschieben von Mahlzeiten kann gefährlich sein und Essattacken triggern. Der Körper kann sich am besten an die Zufuhr gewöhnen, wenn du alle 2-3 Std. isst.

Wenn du Süßes und Junk Food essen möchtest, ist das kein Problem. Füge dazu besonders in der Phase des Extremhungers unbedingt noch Eiweiße in Form von Quark, Ei, Käse, Fleisch und Fisch hinzu und gesunde Fettquellen (Butter, Leinöl, Walnüsse,…) damit nicht nur deine Gier gestillt wird, sondern der Körper auch mit Nährstoffen versorgt wird. Er wird es dir danken und weniger Heißhungerattacken haben!

Wenn du diese Ratschläge beachtest, verkürzt sich die Phase des Extremhungers enorm und du läufst nicht Gefahr, ins nächste Extrem zu rutschen:
Am besten eignet sich dazu ein grober Essplan mit mindestens 2500 kcal bis du wieder freier und intuitiv essen kannst.

Ja..du hast richtig gehört – Um NICHT dick zu werden, musst du essen und zwar unter Beachtung deines Mehrbedarfs durch die Magersucht. Nicht unter 2500 kcal täglich, kein Erbrechen. Wer sein Idealgewicht erreichen und halten möchte, muss sich satt essen, nicht hungern;) Ein natürliches Sättigungsgefühl ist Voraussetzung für das intuitive essen und das möchtest du doch, oder?
Esspläne als „Krücke“ zum intuitiven Essen kann ich dir im Rahmen meines Angebots unter https://www.recoverybuddy.de/coaching/ ganz individuell erstellen!

Fehler Nr. 3.
Keine / zu wenig Schulung über das Thema ERNÄHRUNG und was der KÖRPER wirklich braucht nach einer Essstörung.

(Fokus bleibt weiterhin auf dem Gewichts-Symptom durch Wiegetermine, Zielgewichte usw.)

„Essen ist nicht das Problem“ sagen viele, auch Coaches. Ohne Essen geht es aber auch nicht – sage ICH!

In dem Beispiel von Brittany wurde die Patientin scheinbar OHNE Ernährungsrichtlinien nach Hause geschickt. Sonst hätte sie gewusst, wie eine sättigende Mahlzeit aussieht und dass sie nicht ausschließlich Junk Food essen kann, um ihren Körper zu heilen. Der Körper braucht Nährstoffe, Vitamine, Enzyme, … um sich zu regenieren. Einfach nur irgendwas essen, nur um das Symptom Untergewicht zu beseitigen, kann fatale Folgen haben für den Blutzuckerhaushalt, die Leber und das Gewicht.

Fehler Nr. 4:
ZU NIEDRIGE Esspläne zum Halten oder zunehmen NACH der Klinik.

Eine Zufuhr von 1500 kcal gilt für Erwachsene als MANGELERNÄHRUNG. Dennoch sehe ich noch heute, wie Magersüchtige mit Plänen UNTER 1500 kcal aus der Klinik entlassen werden. Ich selbst wurde mit einem 1400 kcal -Plan aus der Seepark-Klinik in Bad Bodenteich entlassen. Nach diesem Aufenthalt wurde ich STARK BULIMISCH, da ich einfach nicht satt wurde und Fressanfälle bekam.

Und nochmal: Esspläne als „Krücke“ zum intuitiven Essen kann ich dir im Rahmen meines Angebots unter https://www.recoverybuddy.de/coaching/ ganz individuell erstellen!

Fehler Nr. 5:
Fehlende NACHSORGE nach dem Klinikaufenthalt, klärende Gespräche, Ursachenklärung und Behebung.

5-8 Wochen Klinik stoßen deine Genesung nicht mal ansatzweise an. Wie in Fehler Nr. 1 beschrieben, wird sich dort zunächst nur um das kritische Gewicht gekümmert. Daher ist die Nachsorge die EIGENTLICHE Therapie, die NACH dem Klinikaufenthalt stattfinden muss.

FAZIT:
>>> HUNGERN/DIÄTEN MACHEN DICK.

Du kannst den Umweg gehen und dich Jahrzehnte lang quälen, alle Facetten der Essstörung inklusive Abführmittel-Abhängigkeit und Folgeschäden mitnehmen ODER: aus der Essstörung lernen, sie als Wegweiser nutzen und die fatalen Fehler vermeiden.
Wie du ALLES richtig machst, erkläre ich ausführlich in meinem Onlinekurs „Deine Kampfansage“

Schau, ich habe dieselbe Transformation durch:

Du willst die Heilung und realistische Chancen auf Genesung ohne Umwege? Dann starte noch heute meinen Onlinekurs „Deine Kampfansage“ und erfahre wie es richtig geht und was hinter DEINER Essstörung steht…. oder bleib weiterhin auf der Symptomatik sitzen.
Harte, aber wahre Worte, die ich am eigenen Leibe lernen musste…:/

Das Untergewicht ist im Moment vielleicht noch eine Trophäe, die du in den Händen hältst. Ich kenne das Gefühl. Was ich brauchte, um sie loszulassen ist so komplex und GANZHEITLICH zu betrachten, dass ich es zu einem Onlinekurs für alle verpackt habe. Dort soll jeder Teilnehmer wieder zu sich selbst finden, Selbstwert aufbauen und sich stark genug fühlen, die Essstörung loszulassen. Momentan sind es über 700 zufriedene Kampfansager:)

Bist du schon Teilnehmer des Onlinekurses deine Kampfansage?

Alle Informationen zum Kurs findest du hier:
https://www.recoverybuddy.de/onlinekurs/
**für den Onlinekurs**
https://www.recoverybuddy.de/coaching/
** für die Essplan-Erstellung**

BITTE TEILE DIESEN ARTIKEL, WENN DU IHN WICHTIG FINDEST!

Eure Dani von Recoverybuddy

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