Mit Angst und Gewichtszunahme umgehen

  • 23. Dezember 2016

„Es gibt nur 2 Arten von Schmerz. Einen, der dir weh tut und einen, der dich verändert.“

Das Gefühl der Angst kann in der Genesung ziemlich überwältigend sein. Diese Angst zu vermeiden, ist nahezu unmöglich. Und das ist einer der Gründe, warum es so schwierig ist, die Essstörung zu überwinden.

Ich nutze zur Erklärung immer gerne eine Metapher, damit sich jeder die Zeit der Genesung bildlich vorstellen kann:

Die Genesung ist wie ein Drachen in deinem Garten und jedes Mal, wenn du dein Haus (deine Komfortzone) verlässt, versucht der Drache dich zu verschlingen. Du hast die Wahl: du kannst dich zurückziehen und in deinem Haus für immer gefangen bleiben, oder du findest eine Waffe und entscheidest dich, mit dem Drachen zu kämpfen und dich deinen Ängsten zu stellen.

Diese beiden Optionen bleiben dir. Nur diese beiden.

Deine Angst kannst du überwinden, indem du neue Wege einschlägst und die Gedanken ums Gewicht und die essgestörten Verhaltensweisen für immer aufgibst.

Schau dir einmal diesen Pfad an:

Dieser Weg wurde von Menschen geschaffen, die ihn gegangen sind. Jemand ging ihn als erstes, dann kam eine weitere Person und eine Dritte. Sie alle sind diese eine Strecke zu Fuß abgegangen und es kamen immer mehr, die folgten, so dass das Gras platt getreten war und ein klarer Weg entstand. Diesen folgen nun alle ganz automatisch, anstatt auf der Grünfläche daneben zu treten.

Ähnliches passiert auch in deinem Gehirn: je öfter du etwas tust, desto normaler wird es für dich. Wenn du also über Jahre hinweg immer wieder auf die Stimmen der Essstörung hörst, wird es zu Gewohnheit, ihr und ihren Anweisungen zu folgen. Weil ein anderer Weg dir nicht mehr normal erscheint, bekommst du davor immer mehr Angst und bleibst am liebsten auf der bekannten Stelle stehen. Sie gibt dir Sicherheit.

Wenn du dich aber entscheidest, gegen sie zu kämpfen, dann beginnst du auf dem Gras zu laufen und nicht mehr auf dem festgetretenen Weg. Du bekommst Angst, weil es dir nicht normal erscheint und selbst, wenn du schon einige Meter gelaufen bist, ist die Umgebung immer noch beängstigend. Außerdem versuchen die Stimmen der Essstörung dich zu provozieren und dich wieder auf den alten Pfad zu zerren.

Aber aus den wenigen Schritten wird schon bald eine Route, die dich bis zu deinem Ziel führt.

Je öfter du die neue Route wählst, desto fester wird der Weg. Auf dem alten Weg hingegen beginnt das Gras wieder zu wachsen. Irgendwann verschwindet der Weg komplett und die neue Route wird zur Norm.

Was ich damit versuche zu beschreiben sind unsere Nervenbahnen im Gehirn. Dort schaffen neue Dinge neue neuronale Pfade, die zu einem neuen Verhalten werden. Wiederholst du das Verhalten oft genug, so wird es für dich automatisch zur Norm.

Im Moment sind deine alten Verhaltensweisen – durch die Essstörung geschaffen – noch stark präsent, weil sie in der Vergangenheit zu oft gewählt wurden. Sie erscheinen dir leicht und überfordern dich nicht. Du bist schließlich innerhalb deiner Komfortzone geblieben.

Also ist Angst etwas, was dich während der Genesung und auf dem neuen Pfad begleiten wird. Diese Angst bedeutet aber auch eine Herausforderung. Sie kann dich bereits vor dieser Phase, währendessen oder danach noch treffen.

Wenn jetzt eine Stimme in dir sagt: „Dann bleibe lieber hier, wo du keine Angst haben musst!“

Dann ist das ganz klar die Essstörung, die versucht, dich klein und krank zu machen. Sie will dich überreden, weiter im Elend zu leben.

Ignoriere diese Stimme. Ich weiß, es ist extrem hart, aber letztendlich fordert diese Stimme dein gesamtes Leben ein – möchtest du das?

Ich wiederhole in meinen Artikeln vor allem eine Sache immer wieder:

Die Stimme bist NICHT du.

Hör auf, dich mit ihr zu identifizieren und unterscheide ganz klar zwischen ihren und deinen Absichten. Erkenne, was du bist, und was die Essstörung ist. Starte den Kampf gegen sie, indem du wieder rational zu denken beginnst. LOGIK ist deine WAFFE gegen den Drachen! Halte ihr die Tatsachen entgegen, wenn sie wieder einmal versucht, negative Gefühle in dir hervorzurufen.

Eine der besten Möglichkeiten, um mit Angst umgehen, sind Beschäftigungen, die dich für längere Zeit ablenken.

Diese Liste könnte dir z.B. helfen:

  • Einen Film/eine Serie schauen
  • Ein Buch
  • Schreiben
  • Malen oder Zeichnen
  • Blog schreiben
  • Collagen erstellen
  • Stricken oder nähen
  • auf einem Gebiet, was dich interessiert, fortbilden
  • Computerspiele spielen
  • Musiklisten erstellen
  • in die Sauna/Solarium gehen
  • Gespräche
  • Freunde treffen
  • Dokumentationen schauen
  • Ein Musikinstrument spielen
  • Geschenke basteln
  • Ausmisten
  • Internet-Shopping
  • Fotos machen
  • Rätsel/Puzzle

Insbesondere das Lesen und Schreiben ist besonders gut. Es sorgt für Ablenkung und du kannst dich gleichzeitig bilden.

Es gibt aber noch andere Dinge, die du tun kannst. Diese können mehr emotionale Auswirkungen haben. Z.B emotionale Bücher oder Briefe lesen, Fotos anschauen, die glückliche Erinnerungen zurückbringen. Wenn du Filme schaust, dann wähle einen, der dir deine Angst in ein anderes Gefühl wandeln kann. Eine Komödie oder einen romantischen Film.

Suche dir fröhliche Musik, evtl. alte Lieblingslieder, die dich früher schon immer aufgemuntert haben. Drehe den Song auf und tanze ruhig mal eine Runde in deinem Badezimmer, oder setze dir Kopfhörer auf und geh ein bisschen raus. An einen Ort, der dir vertraut ist. Wir neigen dazu, wütende Musik zu hören, wenn wir wütend sind, oder traurige Musik, wenn wir traurig sind, aber dies verstärkt nur die Emotionen, anstatt zu helfen, sie loszulassen.

Dein persönlicher, sicherer Ort darf auch einfach nur in deiner Fantasie existieren. Kehre zu ihm zurück, wann immer du es brauchst.

Was du auch tust, tue es nur für dich und sage dir „Ich mache das, weil ich mich erholen will.“ Zu wissen, dass diese negativen Emotionen in der Genesungsphase aufkommen, kann bereits helfen, besser damit umzugehen.

Effektive Wirkungen haben vor allem die Übungen aus der progressiven Muskelentspannung, Yoga oder Pilates.

Die Angst ist manchmal überwältigend, aber du weißt, dass es nur besser wird und dass du diese Zeit auch positiv für dich nutzen kannst.

Der einzige Weg hinaus, ist den Weg entlang zu gehen, bis er endet;)

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

 

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