Motivationsstory – DAVOR hatte ich Angst! Essstörung verhungern lassen.

  • 19. März 2019

Dieser Blogbeitrag stammt von Kursteilnehmerin Eva P.

Tja, dann schreibe ich nun mal wieder. Also mir fällt auf, das sich in der Teilnehmer-Gruppe viele Fragen wiederholen. Es geht oft um die ungewollte Gewichtszunahme, Essstruktur, loslassen und „wie mach ich das alles richtig“.

Irgendwie kann ich in vielen Beiträgen, ANGST raus lesen, wenn ich zwischen dern Zeilen lese. Wahrscheinlich wiederhole ich jetzt viele Sachen, die du schon mal gehört hast, aber Übung und Wiederholung macht ja bekanntlich den Meister bzw. in deinem Fall die Meisterin deines Lebens.

ANGST.

Ein Wort, viele Gedanken. Es gab schon einige Beiträge, in denen das Thema Angst angesprochen wurde. Auch ich hatte/habe Angst. Ich kenne diese irrationale Angst, die uns gefangen hält, und die uns irgendwie unser Leben mit der Essstörung arrangieren lässt.

Angst vor der Zunahme, dieses Thema wurde ja schon mal in einem tollen Blogbeitrag erwähnt. Ich möchte hier aber etwas tiefer gehen, vielleicht auch etwas provokanter sein.

Angst etwas Bekanntes loszulassen, Angst vor dem Neuen, Angst vor einer Veränderung, Angst vor dem Scheitern, Angst abgelehnt zu werden, Angst zu „platzen“ usw. ANGST. Diese Ängste lassen dich wahrscheinlich in der „Pseudogenesung“ verweilen, diese Ängste setzen dir Grenzen und lassen dich im goldenen Käfig „gefangen“. Rational wissen du und ich wie wir gesund werden könnten. Theoretisch haben wir alles schon oft durchgekaut und könnten sogar schon andere beraten. Regelmäßig Essen, Rituale einbauen, Selbstliebe usw…naja und

wie verhält sich das in der Praxis?

Ich habe ewig in der „Pseudogenesung“ gelebt. Ich hatte Normalgewicht (kontrolliertes!!) ich habe gegessen und manchmal bin ich auch weggegangen und habe Alkohol getrunken und „normal“ gelebt. Aber eigentlich war das eine Lüge. Ich habe trotzdem Kalorien gerechnet, restriktiv gegessen, Sport (ja klar, für das „Wohlbefinden“) gemacht und weiter in meiner Traumwelt gelebt. Ich dachte ich nehme ja nicht ab und bin nicht im Untergewicht und mein Kopf „klingt“ ja gesund. Tatsache war, das ich mich immer noch von der Essstörung bestimmen lies.

Innerlich hatte ich immer noch ANGST. Angst vor dem Leben, Angst vor mir, Angst vor Gefühlen, Angst loszulassen, Angst was passieren wird wenn ich nicht mehr mein Essen kontrolliere…Es sind so diffuse, „sinnlose“ irrationale Ängste, die für dich und mich real sind! Ich hatte früher Tage, an denen dachte ich, dass ich wegen einer Zunahme oder einem Fressanfall Suizid begehen müsste, da ich sooooo Angst hatte.

Oh mann, wie „blöd“ eigentlich?

Ganz provokativ: ich hatte Angst vor einer Reihe Schokolade … die kann ja gar nix tun, ich mein, ich verstehe es, wenn jemand Angst vor Hunden hat oder vor Räubern, aber Schokolade? Was passiert wenn ich zunehme? Ich hatte ernsthaft vor einem Kilo Angst, wie vor einer tödlichen Krankheit WTF?!?! Diese Krankheit hat so eine Macht und so eine Energie, diese Energie können du und ich doch viel besser für uns nutzen.

Gut jetzt weißt du dass eine Essstörung viel mit Angst zu tun hat.

Wie weiter?

Die Stimme der ES: Was sagt sie überhaupt? Hast du ihr schon mal genau zugehört oder einfach das getan, was sie gesagt hat? Der Teufel liegt im Detail. Schreib doch mal auf, was die Stimme so sagt, versuch deine wahren Ängste raus zu hören. Ich weiß es ist wirklich was komplexes, und ich weiß das es bei jedem irgendwie individuell ist, aber schlussendlich stecken viele Ängste dahinter, behaupte ich jetzt einfach mal. Angst nicht genug zu sein, Angst falsch zu sein, Angst Fehler zu machen, Angst nicht sein zu dürfen….

Ich für mich habe an meiner Angst gearbeitet und habe rausgefunden, wovor ich Angst habe, welche Angst mich in der „Pseudogenesung“ feststecken lies.

Ich hatte extreme Angst vor dem Leben, ganz einfach ausgedrückt! Komplexer ausgedrückt: Ich hatte Angst vor meinen Gefühlen, ich hatte Angst nichts zu sein ohne die Essstörung, ich hatte Angst etwas Bekanntes und Stabiles zu verlieren.

Ich hatte Angst vor der Angst. Ich hatte Angst nicht genug zu sein. Ich hatte Angst ohne Essstörung falsch zu sein, ich hatte Angst, dass meine negativen Gefühle mich umbringen werden, ich hatte Angst in ein Loch zu fallen, ich hatte Angst dem Leben zu trauen, da es für mich nur Gut und Böse gibt usw.…

Ich habe solange in einer Essstörung gelebt, dass es für mich Sicherheit bedeutete. Es war wie ein Zwang, wenn ich dieses und jenes nicht tue, dann bricht eine Welt zusammen, MEINE WELT.

Die Essstörung hatte sich so arg verselbständigt, dass ich schon gar nicht mehr wusste, wie es ohne geht.

Ich habe die Essstörung dann einfach für alle offenen Konflikte in mir genutzt. Ich habe meinen, nicht mehr vorhandener Selbstwert, der Essstörung geopfert. Die Essstörung bestätigte mir beim Gang auf die Waage oder beim „kontrollierten“ Essen, dass ich gut bin, bei Fressanfällen, Zunahmen oder auch unkontrolliertem Hunger bestätigte sie mir, das ich NICHTS bin. Es hat sich alles verselbständigt. Meine Gedanke, Gefühle und mein Handeln war nur noch da, um positive Gefühle von der ES zu erhalten.

HEEEEYYY STOOOPPP!!!

Eine kranke Stimme in mir bestimmt meinen Wert?? Eine Stimme sagt, ob ich gut oder schlecht bin? Eine Stimme erlaubt mir, ob ich essen darf oder nicht? Eine Stimme bestimmt mein Leben?

ICH bestimme meinen WERT und mein LEBEN und sonst niemand!!!

Die Genesung ist schwierig, auch ich holpere noch manchmal in der Gegend rum… ich komme auch an meine Grenzen. Aber ich erlebe MICH wieder. Ich habe mich der Angst gestellt, ich habe zugenommen und es ist nix passiert, ich habe mich meinen Gefühlen gewidmet und es ist nichts passiert. Ich habe Freundschaften aufgebaut und Hej, die mögen mich, egal was ich wiege!

Ich habe die dunkle Seite in mir zugelassen, ich habe akzeptiert, dass ich auch Ängste haben darf, aber diese nicht mein Leben kontrollieren dürfen. Ich habe gelernt, MIR selbst zu vertrauen und so konnte ich die Essstörung langsam verhungern lassen, ich habe mich mit Leben, Selbstliebe, Spaß und Genuss genährt und konnte so die Essstörung in den Hintergrund drängen, da sie mich nicht mehr sättigte, bzw. mir nicht mehr das gab, was ich brauchte.

Ich hoffe du kannst den einen oder anderen Denkanstoß für dich nutzen, wenn nicht, ich schreib ja sicher wiedermal 😉 Vertraut dir, du schafft es ☺ Das Leben ist schön, wenn man genau hinsieht ☺

Noch mehr Hilfe?

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

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