Erfahrungsberichte

Motivationsstory – durch den Schmerz in die Heilung

  • 9. Januar 2019

Lea’s Reise – Wie alles begann…

So richtig erinnern, kann ich mich eigentlich gar nicht mehr, wie ich damals in die Essstörung „gerutscht“ bin. Es begann vor ca. sieben Jahren – wie bei so vielen – schleichend. Letztendlich sind es  ja meist mehrere Faktoren die dazu führen. So auch bei mir.

Von außen führte ich das perfekte Leben – Diplom-Wirtschaftsingenieurin, mit immer sehr guten Leistungen, nach dem Studium nahtlos in einem gut bezahlten Job gelandet und glücklich liiert. Im Innen sah es jedoch anders aus. Ich fühlte mich absolut unwohl in meinem Job. Es machte mir keinen Spaß, ich sah keinen Sinn darin und fühlte mich auch einfach in der Wirtschaft nicht wohl. Zu sehr widerstrebte mir das Profit- und Karrieredenken. Ich sah absolut keinen Sinn in dem was ich mache, wusste aber gleichzeitig auch nicht, wo ich eigentlich hin will. So begann ich, mich immer mehr in mich zurück zu ziehen. Ich spürte eine tiefe innere Leere, die ich irgendwie zu füllen suchte.

Zur gleichen Zeit erhielt ich nach einer längeren Phase starker Beschwerden und Schmerzen im Darmbereich die Diagnose einer chronischen Darmerkrankung. Hinzu kamen mehrere Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten, die alles nur noch schwieriger machten. Ich wusste irgendwann gar nicht mehr so richtig, was ich essen soll, was ich vertrage und hatte irgendwann auch überhaupt kein Hungergefühl mehr. Dies war letztendlich der Auslöser für mich, immer weniger zu essen.

Essen assoziierte ich mit Schmerzen.

Irgendwann merkte ich jedoch auch, dass durch das intensive Beschäftigen mit Essen und dem Planen von Mahlzeiten, mein Tag mehr Struktur und Inhalt bekam. Das Thema Essen nahm immer mehr Raum ein und füllte diese innere Leere. Nach und nach wurde das Ganze irgendwie zum Selbstläufer. Ich aß immer weniger, unabhängig davon, ob ich nun Schmerzen hatte oder nicht. Es hört sich total bescheuert an, aber damals sah in dem kontrollierten Essverhalten und dem permanenten Beschäftigen mit dem Thema Essen einen Sinn im Leben.

Gegen die chronische Darmerkrankung nahm ich Medikamente, die die Beschwerden linderten. Doch das kontrollierte und eingeschränkte Essen hatte sich in der Zwischenzeit verselbständigt.

Es war normal für mich geworden.

Die Essstörung gab mir damals Halt, vermittelte mir irgendwie das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle. Ich hatte etwas gefunden, mit dem ich die innere Leere füllen und an das ich mich klammern konnte. Zudem begann ich regelmäßig zu Joggen. Das Joggen brachte mir Abwechslung, kurzfristige Glücksgefühle  und war ja schließlich auch „gesund“.

Eine fatale Kombination im Nachhinein.

Was folgte war zunächst eine langsame aber konstante Gewichtsabnahme. So weit, bis ich irgendwann auch die körperlichen und psychischen Folgen davon spürte. Mir war ständig kalt, ich schlief schlecht, war dadurch permanent erschöpft und meine Konzentrationsfähigkeit wurde schlechter. Im Kopf drehte sich bei mir vieles nur noch um Essen und nicht essen. Ich fühlte mich psychisch und physisch einfach miserabel. Irgendwann wurde ich dann auch von außen auf mein Verhalten und mein Erscheinungsbild angesprochen, bis dann auch mir dämmerte, dass irgendwas tatsächlich nicht mehr mit mir stimmen konnte. Ich fühlte mich körperlich richtig schlecht, konnte kaum noch schlafen und hatte auch irgendwie Angst. Das war letztendlich auch gut so. Eines Tages war dann der Tag gekommen, an dem ich entschied, dass es so nicht weitergehen kann. Dies war der Beginn eines langwierigen Heilungsprozesses.

Ich hatte mich entschieden, mich zu verändern

und jeden Widerstand loszulassen. Es folgte eine lange Zeit intensiver Reflexionsarbeit. Ich machte mir es zur Gewohnheit meine Gedanken zu überprüfen und aufzuschreiben. Wenn es Gedanken und Glaubenssätze waren, die mir nichts bringen, oder sogar schaden, dann ließ ich ab von ihnen. Ich tauschte sie gegen Gedanken und Glaubenssätze aus, die mir nützlich sind, die mich bestärken. Plötzlich war ich 100% überzeugt davon auf dem richtigen Weg zu sein und glaubte an meine Genesung.

Außerdem holte ich mir für diesen inneren Prozess, diese innere Arbeit Unterstützung durch Coachings und Selbsthilfegruppen. Ich hörte Podcasts und las Bücher zu den Themen Persönlichkeitsentwicklung, Essstörung und Spiritualität.

Ich begann regelmäßig zu meditieren und mache das nach wie vor, jeden Tag, mindestens eine halbe Stunde. Das half mir, immer mehr bei mir selbst anzukommen, zu erkennen, wer ich wirklich sein möchte. Meditation ist nach wie vor eine sehr wertvolle und hilfreiche Methode für mich um Ruhe zu finden und mir über Dinge, die mich stark beschäftigen, bewusster und klarer zu werden.  
Des Weiteren begann ich mich intensiv mit positiven Affirmationen zu beschäftigen.  Ich arbeitete mit und an meinen Gedanken, jeden Tag. Diese innere Arbeit machte sich auch immer mehr im Äußeren sichtbar. Ich konnte immer mehr loslassen von alten destruktiven Verhaltensmustern. Sie rückten immer weiter in den Hintergrund.

Sie verblassten.

Ich nahm mich an die Hand und begann nicht nur meinen Geist, sondern auch meinen Körper zu heilen. Ich begann mehr zu essen, step-by-step und stellte mich meinen Ängsten. Ich entwickelte ein höheres Verständnis von Angst. Es war nicht das Lebensmittel oder das Essen, wovor ich Angst hatte, es ging um Themen dahinter, im Inneren. Und plötzlich veränderte sich auch ganz wie von selbst meine Einstellung zum Essen.

Das alles begann nicht von heute auf morgen, sondern war und ist ein zum Teil sehr schmerzhafter und langer Prozess. Ich bin jedoch unglaublich dankbar dafür, nie aufgegeben und diesen Weg für mich gefunden zu haben. Ohne all diese Erfahrungen würde ich nun nicht da stehen, wo ich jetzt bin. Und das ist gut so.

Persönliches Wachstum ist oft schmerzvoll,

weil uns die Konfrontation mit unseren wahren Gefühlen oft mit Scham und Traurigkeit erfüllt. Aber es gibt ein Ziel, für dass sich dieser Entschluss lohnt: das Ersetzen emotionaler Muster, die uns Schmerz verursachen durch welche, die uns Frieden bringen. Und innerer Frieden ist ein wundervolles Gefühl.

Mittlerweile möchte ich dieses Ziel nicht nur für mich, sondern auch für andere verfolgen. Eine weitere Erkenntnis auf meiner Reise war nämlich irgendwann auch, dass ich all meine Erfahrungen und mein Wissen an andere Menschen weitergeben möchte, die mit ähnlichen Erkrankungen zu kämpfen haben. Und dieser Wunsch ist immer größer und größer geworden. So groß, dass ich ihn nicht mehr ignorieren kann und mich entschlossen habe, mich beruflich in diese Richtung weiterzuentwickeln.

Mein Wunsch ist es in Zukunft andere Betroffene auf ihrem eigenen einzigartigen Weg zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, sich von Ihrer Erkrankung zu  lösen. Wichtig dabei ist mir die Sicht des Menschen in seiner Ganzheit. Deshalb möchte ich zum Einen Wissen über eine gesunde Ernährung, v.a. auch bei unterschiedlichen Erkrankungen vermitteln. Zum Anderen möchte ich mit verschiedenen mentalen Techniken arbeiten um dabei zu helfen, innere Blockaden zu lösen und destruktive Verhaltensmuster abzulegen. Diese beiden Ansätze haben mir enorm geholfen und  mich ein gutes Stück auf meinem Weg vorangebracht.

Ich bin weiterhin gespannt, was auf meiner Reise noch so alles auf mich wartet. Doch ich vertraue meinem Weg und freue mich auf alles, was noch  kommen mag.

Anmerkung von Recoverybuddy: Die Verfasserin des Gastbeitrags – Lea Renz – führt einen eigenen Blog unter http://soul-craft.net/

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

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