Nicht untergewichtig. Wie recovern? 5 essentielle Schritte

  • 1. November 2019

„Muss ich wirklich so viel essen?“ Ich habe mich doch nie bis ins Untergewicht gehungert.“

Wer meinen Blog verfolgt oder sogar in der großen Recovery-Gruppe auf Facebook ist, weiß, dass ich Betroffenen von Essstörungen rate, eine tägliche Mindestzufuhr von 2500 kcal einzuhalten.
Viele entgegnen mir mit Sätzen, wie „Aber ich war mal übergewichtig. Ich möchte NIE WIEDER dorthin und so viel zunehmen.“
Sicher stecken große Ängste hinter diesen Sätzen, daher möchte ich heute darauf eingehen und deine Denkweise zu diesem Thema ein wenig ändern. Denn:

Du musst dich trotzdem IMMER Satt essen!

und genesen.

Es herrscht ein großes Missverständnis über Essstörungen. Es gibt diesen Glauben, dass nur Leute, die sehr untergewichtig sind oder die super mager sind, eine Essstörung haben oder dass sie die einzigen sind, die zunehmen müssen, um zu heilen.
Bei einer Essstörung geht es nicht nur um den Körper und sein Gewicht, sondern vor allem um deine Einstellung zum Körper, Nahrung und Bewegung. Es ist deine Denkweise, die von Schuld, Angst, Kontrolle oder Scham getrieben ist – wie Ärzte so schön sagen:

Die Essstörung sitzt im Kopf, nicht im Gewicht

Ob mit Untergewicht, Normalgewicht, oder Übergewicht – nach außen ist die Essstörung manchmal nicht sichtbar. Trotzdem ist es für alle Betroffenen gleichermaßen notwendig zu genesen, und den Körper mental und physisch zu heilen.

Wenn du denkst, dass du das Einhorn bist, das nicht verdient hat, genug zu essen, oder nicht „krank genug“ ist, um zu recovern, möchte ich dir jetzt sagen, dass das NICHT WAHR ist.

Überprüfe selbst:

– schränkt dich dein Essverhalten ein?
– hast du zwanghafte Verhaltensweisen rund ums Essen oder Sport entwickelt?
– hast du Schwierigkeiten deinen Körper so anzunehmen, wie er ist?
– strebst du das „Dünnsein“ an?
– checkst du deinen Bauch oder andere Körperstellen regelmäßig
– Ist die Waage für dich ein Foltergerät und gleichzeitig Sicherheit?
– denkst du, andere sehen viel besser aus als du?

Wenn du diese Fragen mit Ja beantworten kannst, bist du an einem Punkt angelangt, an dem du Hilfe annehmen solltest!

„Ich bin wirklich hungrig, die ganze Zeit. Alles, woran ich denke, ist Essen.“

„Ich habe einfach das Gefühl, dass ich in den Supermarkt gehen und alle Lebensmittel dort essen könnte. Ich bin so hungrig, dass ich nicht einmal weiß, was ich will.“

Bist das du…? Bingo!

Diese Art von Gedanken, diese Art von Gefühlen, diese Unsicherheiten und diese seltsamen Regeln & Einschränkungen sind das, was eine Essstörung ausmacht.

Du fühlst dich nicht gut genug, hast Schuldgefühle, wenn du isst, oder du hast sehr große Angst, wenn du unerlaubte Dinge isst, weil du denkst, dass es ungesund ist.

Dieser gemeinsame Nenner vereint die Anorexie, Orthorexie oder Bulimie. Ja, ich weiß, dass es Unterschiede gibt, aber es gibt auch viele Gemeinsamkeiten und es gibt verschiedene Arten von Essstörungen, aber der Weg zur Genesung sieht ganz ähnlich aus.
Es kann Unterschiede und Dinge geben, auf die du dich konzentrieren solltest, während die andere Person sich nicht darauf konzentrieren muss.

Wichtig aber für alle ist:

Einschränkungen beim Essen fördern Essattacken.

Manche lassen die Attacken zu, manche können sie größtenteils unterdrücken. Daher herrscht dieses große Missverständnis, dass Menschen mit einem höheren Gewicht keine Essstörungen haben können.

Nahezu alle Betroffenen sind irgendwann einmal in den Teufelkreis aus Hungern, Essen und Kompensation/Restriktion gefallen. Die meisten haben Probleme, ihr Gewicht zu halten und können auch nicht sagen, wo ihr Setpunkt liegen könnte.

Dann kommen sie an einem Punkt, an dem sie keine Diät mehr machen, weil es zu viel Kraft erfordert. Und der Körper? Der holt nach, möchte Nahrung, möchte bunkern.
Das kann auf unbestimmte Zeit so weitergehen. Jedes Mal, wenn  du wieder diätest, senkst du deinen Stoffwechsel und signalisierst deinem Körper einen Notstand – eine Hungerperiode.

Wie also recovern?

  1. Frage nicht, ob du dünn oder krank genug bist, um zu recovern. Das ist NICHT das Problem!
  2. Iss dich SATT! Wenn du übergewichtig bist, ist das eine Folge des Einschränkens und der Essattacken. Nicht eine Folge des Satt Essens.
  3. Wenn du das letzte Mal Jojo-Effekt-Opfer werden möchtest, dann höre auf mit den Diäten, Fatburnern, Fitnesstrackern, und Sportarten, die dir keinen Spaß machen!
  4. Dein Körper verdient die Nahrung auch im Übergewicht. Was ihm fehlt, ist DEINE LIEBE zu ihm.

Und weißt du, was dann passiert?

Es passiert nicht über Nacht, aber es wird so kommen:

du nimmst kurzfristig noch 3-4 kg zu. Zeitnah erreichst du ein Plateau, dein Gewicht stagniert. Dieses Gewicht wirst du für einige Wochen, vielleicht auch Monate halten und dann…

Beginnt dein Körper los zu lassen. Er bewegt sich langsam in Richtung Wohlfühlgewicht, also dort, wo er sich am natürlichsten und gesündesten fühlt. Wo er sich gerne bewegt und es bequem findet.

Idealerweise ist es dir zu diesem Zeitpunkt sogar egal, welche Zahl dabei auf der Waage steht.
Weil du das Essen so sehr genießt, deine Freude daran zurück hast und dich nicht mehr ausgeliefert fühlst, möchtest du dieses Seelenheil unbedingt erhalten und dabei ist es egal, ob mit 3 oder 4 Kilo weniger.

ES IST EINFACH SCHÖN, WIEDER ZU LEBEN & GENIESSEN

Daher lautet der 5. und letzte essentielle Schritt:

Lasse deinen Körper sein Wohlfühlgewicht finden, bei dem ER sich wohl fühlt. Weder abnimmt, noch zunimmt und genug isst, um sich satt zu fühlen und Energie für den Tag zu haben.

Ob du bereit bist zu genesen, ist nicht abhängig von deinem Gewicht, sondern von deiner Einstellung.

Wenn du wirklich jede Ernährungsweise, jede Diät, jedes Konzept probiert hast, um dein Essproblem zu heilen, ist dies auch nicht die Lösung für dich.

Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass du all das Zählen, Aushalten und Einschränken satt hast und nicht mehr auf der Suche nach einem neuen Diätansatz bist.

Wenn du aus dem Untergewicht zugenommen hast, verdienst du weiterhin Essen. Wenn du aus dem Übergewicht abgenommen hast, verdienst du weiterhin Essen!

Du musst dich nicht fragen: „Will ich das wirklich noch essen?“ Oder: „Bin ich wirklich noch hungrig? “ Oder: „Sollte ich wirklich mehr Kohlenhydrate essen? Ich hatte schon so viele Kohlenhydrate, dass ich wahrscheinlich eher etwas Protein essen sollte.“ Wenn du wirklich Kohlenhydrate willst, musst du sie essen.

Jede Verhandlung, jede Argumentation mit der Essstörung ist ein Energie- & Zeiträuber

Das alles sind Lügen. Hör nicht auf sie. Lass sie nicht Einfluss auf dich nehmen und dich dorthin zurückbringen, wo du herkommst (Diät und Essanfälle), weil es nicht funktioniert!

Bleib einfach dabei, du kannst das!

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

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