Was das Essen uns nicht gibt

  • 14. August 2016

Viele Betroffene haben selbst herausgefunden, dass sie mit dem Essen Emotionen kompensieren oder es zumindest versuchen. Das Verhalten hat daher oftmals nichts mit körperlichem Hunger zu tun.

Dennoch entsteht dieses Verlangen durch ein körperliches Bedürfnis, wie ich während meiner Genesung feststellte. Mein Problem war hauptsächlich der Abend. Ich hatte es zwar schnell geschafft bis zum Abend regelmäßig und genug zu essen, doch hielten die abendlichen Essattacken noch eine Weile an und ich wusste nicht warum. Bis ich mich einmal fragte, wie ich mich eigentlich fühle und was mir jeden Abend fehlen würde.

Es wurde mir klar, dass ich mich nach etwas sehnte. Zu dieser Zeit machte mir mein Job im Angestelltenverhältnis wenig Spaß und ich hatte mir tagsüber eine Maske aufgesetzt, um eine Person vorzugeben, die ich nicht war. Zusätzlich fehlte die Freude in meinem Leben, da der Job nicht passte und die Essstörung mich in Isolation leben ließ. Wenn ich also abends von meiner Arbeit nach Hause kam, war Essen das einzige freudige Ereignis des Tages, gleichzeitig hasste ich mein Verhalten und mich selbst dafür. Aber was war das körperliche Bedürfnis, was befriedigt werden wollte?

Es war einfach nur Ruhe & Komfort.

Und Essen gab mir dies, wenn überhaupt, nur für einen sehr kurzen Zeitraum. Ich musste mir eingestehen, dass ich mich abends einfach körperlich ausgelaugt fühlte. Das Verstellen und Verbergen meiner eigenen Identität über die 8 Arbeitsstunden, raubte mir einfach viel Kraft. Auch hatte ich mir nicht erlaubt, mich einfach mal zur Ruhe zu legen oder zu schlafen. So etwas macht man ja nicht, schon gar nicht um diese Uhrzeit. Andere erledigen ja schließlich auch noch andere Dinge nach der Arbeit. Ich darf nicht faul sein.

Frage dich also stets: was ist das körperliche Bedürfnis, das mir in diesem Moment gerade fehlt?

Bist du müde? Dann ist das körperliche Bedürfnis Schlaf.

Ist dir kalt? Dann ist das körperliche Bedürfnis Wärme.

Bist du krank? Dann ist das körperliche Bedürfnis Komfort.

Wenn du achtsamer wirst, wird sich auch dein größtes Bedürfnis herausstellen. Das Bedürfnis, das deine Aufmerksamkeit am meisten sucht. Bis dieses nicht gefunden wird, wirst du weiter überessen und versuchen, dich selbst zu manipulieren. Denn Essen kann nur ein einziges Bedürfnis stillen, das nach Nahrung. Das heißt nicht, dass man das Essen auch einmal zelebrieren kann oder auch mal als Seelentröster benutzen kann. Aber in deiner momentanen Beziehung zum Essen stellt dein Verhalten nur eine Ablenkung und ein Vermeiden von körperlichen Bedürfnissen dar.

Ich habe also sehr schnell herausgefunden, dass ich nach einem Arbeitstag vor allem Ruhe & Komfort suchte. Statt von der Arbeit direkt in den Supermarkt zu fahren und zu essen, fuhr ich direkt nach Hause und legte mich erst einmal schlafen oder las.

Es gelang mir somit, die Gewohnheit zu brechen und ich bin seit dem auch sehr viel achtsamer. Auch fand ich heraus, dass ich aß, wenn ich unter Druck stand, oder hohen Anforderungen ausgesetzt war.

Viel wichtiger ist aber, dass ich mir erlaube zu ruhen. Ich erlaube mir auch zu weinen, wenn ich traurig bin und ich erlaube mir, zu schreien, wenn ich wütend bin. Ich nenne das Selbstsorge. Essen bringt mich an diesem Punkt nicht weiter, das weiß ich nun. Essen würde mich nur ablenken von dem wahren Bedürfnis. Dem Bedürfnis, das meine Aufmerksamkeit braucht.

Ich hoffe sehr, dass auch du deine wahren Bedürfnisse findest und lernst, ihnen Aufmerksamkeit zu schenken.

Als kleine Hilfe habe ich diese Grafik für dich erstellt:

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Weiterhin steht ihr der kostenlose Ratgeber jederzeit zur Verfügung. Ich freue mich aber auch über deine persönliche Nachricht!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

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