Motivationsstory – Was mir in der Klinik geholfen hat

  • 31. Januar 2019

Swantje’s neuer Weg, Teil 2

– oder: wie ich für mich lernte, die Essstörung auszutricksen (für Teil 1 hier klicken)

So, ich wollte euch ja noch schreiben, was mir in der Klinik gegen die Magersucht geholfen hat (aber denkt dran: jeder ist anders!). Was für mich und meine Genesung ausschlaggebend war, habe ich heute kurz in Stichpunkten für euch zusammengefasst – ich hoffe es hilft!

Klare Entscheidungen

1. Die ABSOLUTE Entscheidung , dass ich das nur für MICH tue, nicht um es z.B. jemanden anders Recht zu machen und ICH &    meine Genesung für mich das Wichtigste sind!
2. ab Tag 1 nach Plan zu essen! (da hat mir geholfen, dass ich bereits zu Hause nach Dani’s Plan gegessen habe)

Ehrlichkeit

3. Ich werde absolut ehrlich sein, auch wenn es mal schlecht gelaufen ist. (keine Lügen, um zu gefallen)

Fokus

4. Die anderen interessieren mich nur am Rande. Ich halte mich fern, mich mit den Problemen anderer mehr als nötig zu befassen, ich hab selber genug und für diese brauche ich Kraft.

5. Weiter den Regeln der Recovery folgen in Bezug auf Bewegung (denn ehrlich gesagt: wenn man will, kann man auch in der Klinik seinem Bewegungsdrang nachkommen).

Kritik annehmen

6. Kritik & Tipps anhören, reflektieren und annehmen (je mehr ich mich innerlich gegen einen Vorschlag wehre, desto mehr ist da ein wunder Punkt meiner kranken Seite getroffen).

Neugier

7. So viel an therapeutischen Angeboten annehmen, wie möglich (oft gibt es erkrankungsübergreifende Gruppen die einen wirklich bei Veränderungen des Mindsets, Leitsätzen oder Gefühlsregulierung unterstützen oder im Bereich der Kommunikation helfen können… zB „Nein Sagen“), mir hat die IG Fertigkeiten – Umgang mit Stress & Gefühlen extrem weiter gebracht, und in der war ich die einzige mit einem gestörten Essverhalten)

8. Eigeninitiative ergreifen, wenn ich von Angeboten höre, die ich für mich sinnvoll finde, aber nicht unbedingt zum Standardprogramm gehören (bei mir Körpervideo & Biofeedback zum Feststellen des inneren Stresslevels).

9. Neue Beschäftigungen ausprobieren (Stricken, malen, Töpfern, Meditieren)

Vorbereitungen auf zu Hause

10. Zwischenmahlzeit so früh wie möglich selber kaufen (wenn erlaubt), um für zuhause zu üben.

11. Sobald es geht, nicht nur mit Essgestörten zusammen essen, um u.a. auch andere Themen am Tisch zu haben.
12. Mein Teller ist mein Teller und nichts anderes interessiert mich (es ist egal, ob jemand mehr oder weniger isst,

ich mache mein Ding!

(und wenn andere jammern, dass es sooooo viel war, ich aber gerade satt bin, so what! Ist doch cool, dass ich das zulasse und brauche, vielleicht sind die anderen auch nur neidisch)

13. Wenn du einige Zeit da bist, und dich vom Essen stabilisierst hast, die schwarze Liste (FEARFOODS) abarbeiten, denn zuhause wirst du nicht damit anfangen.

14. Dann auch spontane Aktionen zulassen, wie Eis essen gehen, 2x am Tag warm essen

15. Sich nach der Eingewöhnung immer überlegen, wie ich das zuhause umsetzen kann und rechtzeitig vor der Entlassung Situationen üben, die definitiv daheim anders sein werden. (so wohne ich alleine, und das Essen mit Mitpatienten und die Ablenkung dadurch ist mit leicht gefallen, aber daheim ist keiner, also habe ich manchmal bewusst alleine am Tisch gegessen und auch in Absprache mit den Therapeuten 3 x auf meinem Zimmer)

16. Rechtzeitig vor der Entlassung erarbeiten, wo zuhause die Stolpersteine sein könnten und Handlungsstrategien entwickeln.

17. Für Zuhause die erste Zeit genau durchplanen (Tagesstrukturen festlegen , Esspläne inkl. der Zeiten, die zuhause realisierbar sind erstellen, konkrete Ziele festlegen wie z.B. jede Woche mindestens 1 Lebensmittel, das noch eher schwer fällt, zu essen oder zuhause nur beim Arzt alle 2 Wochen wiegen und er soll nur sagen, wenn es runter gegangen ist oder die ersten x Wochen keinen Sport zu treiben.

Alles Liebe, eure Swantje 😀

Willst du auch Erfolge feiern?

Besuche meinen erfolgreichen Onlinekurs “deine Kampfansage” und trete damit automatisch unserer großen Recovery-Gemeinschaft bei. Motivation und Unterstützung bringt dich langfristig an dein Ziel zu einem unbeschwerten und glücklichen Leben:)

Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

3 Comments on Motivationsstory – Was mir in der Klinik geholfen hat

  • waidlerbua says:
    30. Januar 2019 at 10:13

    Die story vermittelt wirklich wahnsinnig viel inspiration und auch motivation. Natürlich muss jeder für sich selbst entscheiden, welche deiner „tipps“ er annimmt bzw. bei sich anwendet, denn genauso individuell wie der verlauf der ES , ist auch der weg hinaus. Es zeigt sich eindrucksvoll wieviele möglichkeiten bestehen aktiv gegen die ES anzukämpfen, wenn man nur will.👍

    Antworten

    • Daniela Convertini says:
      30. Januar 2019 at 10:24

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Das stimmt! Ein sehr wertvoller Beitrag unserer lieben Swantje:)

      Antworten

  • Alma says:
    2. Februar 2019 at 8:35

    Liebe Swantje,

    vielen Dank für deinen Betrag. Ich habe das während der Klinik sehr ähnlich erlebt!
    Besonders wichtig ist – das habe ich zu wenig gemacht – das alleine essen, üben von einem Buffett zu nehmen. Bei uns in der Klinik wurde großteils alles serviert.

    Mir hat das Skills Training wunderbar geholfen. Ich haben „draußen“ auch gleich eine Gruppe gesucht. Ebenso eine Achtsamkeitsgruppe. Heute höre ich vor oder nach dem Essen immer wieder Apps mit Entspannungsübungen an.
    Fühle vor dem Essen ganz bewusst in mich hinein, wie ich mich FÜHLE, nicht was ich denke, wie ich mich fühle, um dieses Gefühl nicht auf das Essen zu übertragen.

    Und was für mich in der Klinik bereits sehr wichtig war: Ein Netzwerk an Menschen draußen aufzubauen, die ich erreichen kann, wenn ich Unterstützung brauche. Da niemand immer Zeit hat, waren es mehrere. Das ging per SMS oder Videocall…wie auch immer. Und um mich abzulenken hatte ich mir Schönes gegönnt: Massage, Hand- und Fußpflege. Ich hatte mir ganz bewusst Geld zur Seite gelegt (auch wenn ich kaum eines hatte :-), um ja nicht in ein zu hohes Stresslevel zu kommen. Das alles hat mir u.a. sehr geholfen.

    Ich gebe dir sehr recht in allem. Die eigenen Geschichte in der Klinik teilen ist gut. Aber sie darf keine Ablenkungen sein, eine Flucht vor sich selber.
    Die Konzentration und somit Auseinandersetzung mit sicher selber aber das Wichtigste.

    Alles liebe
    Alma

    Antworten

Leave a Reply

Your email address will not be published. Fields marked with * are required

Newsletter abonnieren und GRATIS E-Book sichern!

Erhalte außerdem wertvolle Tipps zum Ausstieg aus der Esstörung.

 

- Regelmäßige Benachrichtigungen über neue Blogeinträge

- Infos über mich und meine Arbeit

- News, Angebote & Gewinnspiele

Du hast dich erfolgreich eingetragen.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen