Wie entsteht Übergewicht und wie wird man es wieder los?

  • 24. September 2017

Wenn es so etwas wie ein Sättigungsgefühl, eine menschliche Intuition und ein Wohlfühlgewicht (den Setpunkt) gibt, warum ist es dann möglich, dass so viele Menschen übergewichtig sind und es bleiben?

In einer Zeit, in der jeder zweite Deutsche als übergewichtig gilt, befürchten vor allem Essgestörte ein zu hohes Gewicht, wenn sie genesen. Oft hält diese Angst sie zurück, so zu essen, wie sie es eigentlich gerne würden und bevorzugen daher das Leben in Restriktion, Maß halten und mit Verboten.

Deshalb ist es so wichtig, über dieses Thema aufzuklären und klar zu stellen:

Übergewicht ist nicht gleich Übergewicht

Es gibt eindeutig verschiedene Ursachen und Formen. Man kann deshalb nicht alle Übergewichtigen über einen Kamm scheren und es gibt auch nicht nur eine einzelne Lösung für alle. Ähnlich wie bei der Essstörung auch, ist die Ursache und auch der Lösungsweg immer individuell.

In diesem Artikel habe ich 5 der häufigsten Gründe und Ursachen für euch zusammengefasst:

Essen als Problemlöser (emotionales Essen)

Wer schon als Kind gelernt hat, dass Essen Trost schenkt, trägt diesen Glaubenssatz auch bis ins Erwachsenenalter mit sich.
Sogenannte Frustesser greifen überwiegend zu Nahrung, die sehr reichhaltig ist und auf das menschliche Belohnungssystem wirkt. Das Essen wirkt dabei wie eine Droge: durch den Dopamin-Ausstoß im Gehirn stellt sich ein gutes Gefühl und ein kleines High ein.

Dieser Effekt im Hirnstoffwechsel ist tückisch, denn heutzutage ist es schwer zu unterscheiden, was der wahre Auslöser des emotionalen Essens ist. Die süchtig machende Nahrung, oder die fehlende Fähigkeit zur Emotionsregulierung. Es handelt sich womöglich in den meisten Fällen um eine Kombination aus beidem, was letztendlich zu einer langanhaltenden, schlechten Angewohnheit mit bitterem Nachgeschmack (Übergewicht) führt.

Begeben wir uns in das Tierreich, stellen wir fest, dass keine Kuh auf der Weide, oder Affe im Dschungel an emotionalem Essen leidet. Der Grund dafür liegt klar auf der Hand: Die Nahrung, die sie in der Natur finden, ist frei von süchtig machenden Inhaltsstoffen. Folglich gäbe es ohne Suchtnahrung mit Zucker, Salz und minderwertigen Transfetten auch kein emotionales Essen.

Wer ein emotionaler Esser ist, sollte sich im ersten Schritt bewusst machen, dass er ohne Hunger isst. Danach gilt es zu hinterfragen, warum ohne Hunger gegessen wird und welches das wahre Bedürfnis ist, nach dem der Körper hungert. (wer sich angesprochen fühlt, kann dazu noch meinen Artikel lesen).

Lebensstil und Gewohnheiten

Übergewichtige sind nicht alle emotionale Esser. Auch der Lebensstil ist entscheidend. Studien konnten belegen, dass viel Stress und zu wenig Schlaf ein hohes Risiko für die Entstehung von Übergewicht birgt. Wer unter Stress isst, der isst nicht nur unachtsam (meistens schnell zwischendurch), sondern erhöht damit auch noch den Cortisolspiegel im Körper, welcher den Körper daran hindert, effektiv Fett zu verbrennen.
Auch, wer zu wenig isst, verlangsamt seinen Stoffwechsel und demnach auch die Fettverbrennung.

Ein häufiges Risiko ist zudem die fehlende Bewegung. Diese kommt nicht selten als Begleiterscheinung von (psychosomatischen) Erkrankungen wie Depression, Nebennierenschwäche, oder eines chronischen Erschöpfungssyndroms.

Desweiteren ist auch heute noch bei vielen Menschen ein fehlendes Bewusstsein über Ernährung zu beobachten. Sie hinterfragen ihre Essgewohnheiten nicht und beschäftigen sich nicht mit dem, was der Körper benötigt, um optimal zu funktionieren.
Unser heutiges Nahrungsangebot ist jedoch so schädlich, dass es zu einer Notwendigkeit geworden ist, über eine gesunde Ernährung aufzuklären. Wer diesen Aspekt außen vor lässt, wird Wohl oder Übel zum Opfer der Nahrungsmittelindustrie und nimmt unweigerlich an Gewicht zu, wenn weitere Faktoren gegeben sind.

Der ungünstige Lebensstil kann in den meisten Fällen korrigiert werden, wenn Betroffene so weit sind und die Verantwortung für sich selbst übernehmen möchten. Unterstützung bieten Therapien, Ernährungsberatungen und die Einführung von Bewegung und Aktivitäten, sowie Entspannungsprogramme.

Diätspiralen und Fress-Fallen

Diäten machen dick. Darum geht es auf meinem Blog.
Einer Studie nach waren rund 2/3 der übergewichtigen Probanden vor der Einnahme von Diätpillen, oder vor dem Beginn eines Diätprogramms NICHT übergewichtig!

Weil strenge Diäten meist besessen auf Essen machen, ist es wichtig, vor ihnen zu warnen. Sie und tückische Fressfallen (in diesem Artikel beschrieben) sind die häufigsten Gründe für die derzeitige Übergewichts-Epidemie.

Auch ehemals Magersüchtige geraten nicht selten in den Übergewichtsbereich als Folge des Extremhungers, WENN sie weiterhin versuchen, gegenzusteuern und zu restriktieren UND überwiegend verarbeitete Nahrungsmittel in großen Mengen verzehren. Auf diese Weise lassen sie nicht zu, dass sich das natürliche Sättigungsgefühl und der Leptinspiegel reguliert. Der Extremhunger wird größer, je länger man ihn hinauszögert.

Wer mit unterbewussten Regeln, Selbstkritik und Glaubenssätzen zu kämpfen hat, sollte eine spezialisierte Therapie für Essstörungen aufsuchen und an den wahren Ursachen, sowie an einer Emotionsregulierung arbeiten. Viele können mit dem intuitiven Essen als Lösungsansatz erfolgreich ihre Regeln und Verbote aufheben und zu einem entspannten Essverhalten zurückfinden.

körperliche Erkrankungen und genetische Gründe

Einige Erkrankungen und Stoffwechselstörungen führen zu überschüssigem Gewicht:

Lipodem: weltweit ist jede 9te Frau von einem Lipodem betroffen. Das Unterhautfettgewebe nimmt dabei langsam aber stetig an Armen und Beinen zu.

Schilddrüse: eine Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt den Stoffwechsel und muss daher mit Hormonen behandelt werden. Die Einnahme von Hormonen wiederum kann zu vermehrtem Hungergefühl führen.

PCO / Hormoninbalance: das polyzystische Ovarsyndrom ist gekennzeichnet von einer Insulinresistenz und einer vermehrten Fettspeicherung im Bauchbereich.

Insulinresistenz: Bei der Vorstufe zu Diabetes sind die Körperzellen mit Insulin gesättigt und können überschüssige Energie nicht verwerten. Infolgedessen wird mehr Energie in den Fettzellen gespeichert – es kommt zu Übergewicht und einer schlechten Energieverwertung (gestörter Kohlenhydratstoffwechsel).

Unverträglichkeiten: Laktose-, Gluten- oder eine Histaminintoleranz, sowie auch andere Allergien, führen dazu, dass die Verdauung gestört wird und nicht mehr effizient funktioniert. Eine Folge kann Übergewicht sein.

Stoffwechselerkrankungen, Verdauungsstörungen: Ein geschwächtes Immunsystem führt zu einem verlangsamten Stoffwechsel, Verdauungsstörungen zu einer schlechten Energiegewinnung. Wer wie gewohnt isst, nimmt daher infolge der Erkrankungen zu.

Wer aufgrund von Erkrankungen an Übergewicht leidet, sollte nicht krampfhaft versuchen abzunehmen. Wichtiger wäre es, die Ursache zu behandeln, damit langfristig ein gesundes Gewicht erreicht wird. Spezielle Erkrankungen erfordern spezielle Ernährungsweisen. Hilfe verschafft eine spezialisierte Ernährungsberatung.

Medikamente

Diese Medikamente verlangsamen in machen Fällen den Stoffwechsel, bewirken Wassereinlagerungen oder vermehrten Appetit:

Neuroleptiker, Cortisol, Antidepressiva, Anti-Baby-Pille.

Zusammenfassend: Übergewicht hat immer seine Gründe und ist keine Folge von fehlender Willenskraft oder Schwäche. In manchen Fällen bleibt es ein temporäres Symptom, in anderen Fällen müssen Lösungsansätze der Ursache entsprechend angebracht werden, um das Übergewicht zu bekämpfen.

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Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

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