Wie ich meine Ess-Brech-Sucht nach fast 10 Jahren besiegt habe

  • 1. August 2016

Mein letzter Song vor meiner Genesung hieß “Treibsand” und er spiegelte genau das wider, was die Bulimie für mich bedeutete. Ein Treibsand aus Emotionen, in dem ich drohte zu versinken und der es unmöglich machte, aus ihm heraus zu kommen. Ich schrieb diesen Song und brach nur wenige Tage später das ab, was ich eigentlich in meinem Leben immer liebte: das Musik machen. Weil ich nicht mehr dazu in der Lage war. Weil es nicht mehr möglich war, meine Kräfte für irgendetwas aufzubringen. Der Kopf war leer und ich emotionslos und erschöpft. Ich war weder in der Lage zu arbeiten, noch konnte ich mit anderen Menschen zusammen sein. Und wenn ich für mich blieb, brach das Chaos aus.

Dennoch war ich noch nicht tief genug gesunken und wandelte weitere 3 Jahre durch den Sumpf. Alles, was ich hatte, war die Kotzerei und betäubt wie ich war, habe ich mich ab einem bestimmten Zeitpunkt auch nicht mehr gegen sie gewehrt. Ich stellte sie sogar vor Freunde und Familie. Wie ein Junkie brauchte ich meine Droge, sie hatte die absolute Macht über mich.

Was genau hielt mich gefangen?

Um zu genesen, musste ich mir erst klar darüber werden, was mich eigentlich gefangen hielt. Ich kam zu folgender Erkenntnis:

  • biologischer Hunger
  • ein extremer Hang zur Selbstzerstörung
  • das wiederholte Abrufen von Selbstzerstörung als Bewältigungsmechanismus

(fehlerhafte Abspeicherung, so zusagen ein Defekt auf meiner Festplatte/Gehirn)

Diese 3 Punkte waren essentiell in meiner Genesung. Lass mich Punkt 3 genauer erläutern.

Was Hirnchemie mit deiner Essstörung zu tun hat

Die Nervenbahnen in deinem Gehirn kannst du dir wie Feldwege vorstellen. Je öfter du diese Wege entlang gehst, desto flacher wird das Gras auf dem Weg und es wird einfacher und angenehmer zu laufen. Wenn du diesen Weg oft genug läufst, erscheint er dir irgendwann ganz mühelos und leicht. Automatisch wählst du jedes Mal nur noch diesen Weg, weil er sehr leicht erscheint und keine Hürde darstellt, um ans Ziel zu kommen.

Als ich zum ersten Mal nach dem Essen erbrochen habe, fühlte ich die Kontrolle, die ich über das Geschehen hatte. Ich war in der Lage, einen Schalter allein durch Willenskraft zu betätigen. Dieses Ereignis habe ich im Unterbewusstsein als “Erfolg” abgespeichert, genauso wie die Tatsache, dass der Feldweg flacher und einfacher zu laufen ist, wenn man ihn oft genug geht.
Durch den biologischen Hunger, der aus Fasten- und Diätphasen resultierte, wurde der (Fr)essdruck immer intensiver. So kam es, dass ich diesem Druck immer öfter nachgeben musste. Durch wiederholte Handlungen über Jahre hinweg, habe ich diesen Weg als einzigen Weg in meinem Suchtgedächtnis manifestiert. Der Reiz blieb dabei immer, wieder dieses Erfolgserlebnis von damals zu erlangen. In unserem Gehirn speichert sich dieses Streben als lebensnotwendig ab. Der Trieb zu essen und anschließend zu erbrechen ist daher genauso stark geworden, wie das Atmen oder das auf die Toilette gehen müssen.
Es hatte sich völlig automatisiert.

Da war der Fehler auf meiner Festplatte.

Dieses kurze Glücksgefühl oder auch Erfolgserlebnis würde ausgelöst durch den Dopamin-Ausschuss in meinem Gehirn. Zucker, minderwertige Fette und Auszugsweizen mit seinen Opiat-ähnlichen Wirkstoffen in Kombination waren hierbei das Trio Infernale.
Es war nie etwas anderes, niemand befriedigt seinen Essdruck mit Grünzeug. Das liegt daran, dass natürliche Nahrung frei von Suchtstoffen ist.

Aber zurück zu meiner Erkenntnis:

Wiederholte Handlungen in Verbindung mit einem Dopamin-Ausschuss im Gehirn führen zu einem inneren Trieb, weil das Suchtgedächtnis es als lebensnotwendig abspeichert.

Die einzige Lösung, die sich für mich darstellte, war also:

die Handlung nicht mehr zu wiederholen.

Und weil unser Gehirn in der Lage ist, neue Dinge zu erlernen und sich Fähigkeiten anzueignen, war meine Genesung auch möglich. Denk nur einmal an deine Kindheit zurück. Vielleicht weißt du noch, oder deine Eltern haben dir erzählt, dass du früher etwas ganz bestimmtes sehr oft getan hast, oder du bestimmte Angewohnheiten hattest. Komischerweise tust du diese Dinge aber schon lange nicht mehr, oder kannst dich gar nicht an sie erinnern. Wie kommt das?
Damals hast du mit großer Wahrscheinlichkeit einfach etwas Neues gefunden, für das du dich begeistert hast. Die alte Handlung hast du nicht mehr wiederholt, weil etwas anderes wichtiger war. So ist es in deinem Gedächtnis immer weiter verblasst.

Um wieder ein normaler Esser zu werden, musst du daher deine Festplatte überschreiben. Es ist nicht einfach und es bedarf etwas Willenskraft. Aber es zahlt sich für den Rest deines Lebens aus.

Genau genommen liegt der Fokus hierbei auf 2 Bereichen:

  1. die bulimischen Essensgewohnheiten in normale Essgewohnheiten umwandeln
  2. die selbstzerstörerischen Gewohnheiten in selbstliebende Gewohnheiten umwandeln

Auf diesen beiden Punkten basiere ich mein Coaching. Du lernst, wie du:

  • deinen biologischen Hunger auf natürliche Weise stillst (strukturiertes Essen)
  • wie viel du essen solltest
  • wie oft du essen solltest
  • wie du den Übergang zum intuitiven Essen gestaltest

Eine 100%ige Genesung ist möglich. Du bist nur einen Schritt entfernt.

Solltest du zwischenzeitlich Fragen haben, wende dich bitte über das Kontaktformular an mich, oder lass mir ein Kommentar da. Zur Zeit gibt es freie Coaching-Termine! Ich würde mich sehr freuen, dir zu helfen!
Die 8 Schritte raus aus der Essstörung stehen dir jederzeit zum Download bereit!

Bis dann.

Dein Buddy, Dani

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