Wie löse ich mich von Selbstzweifeln? Teil 1

  • 15. März 2020

Ganz klar ist, wir alle haben einen inneren Richter und eine innere Jury… jeder Mensch, egal ob Betroffene oder nicht.
Wir alle fällen Urteile über andere, und vor allem auch über uns selbst.

Urteilen ist Menschlich, doch meist gehen wir als Betroffene hier ein oder mehrere Schritte zu weit. Wir setzen viel zu hohe Erwartungen an uns selbst, die wir niemals wirklich erfüllen können.

Urteilen an sich hilft uns Menschen dabei emotional stabil zu bleiben. Es hilft uns dabei zu entscheiden, ob etwas gut oder schlecht, sicher oder unsicher ist, vertrauenswürdig oder nicht, gesund oder ungesund ist.

Unser größtes Problem dabei ist allerdings, dass wir diese Urteile – ob wir andere beurteilen, oder uns selbst – als Fakten ansehen. Obwohl es sich hier rein um eine Meinung handelt. Nämlich die eigene Meinung.

Mir hat es im Laufe meiner Jahre als Betroffene eine Menge Kummer und Schmerz bereitet und wahnsinnig viel Leid gebracht. Ich hatte absolut unrealistische Erwartungen und Vorstellungen wie mein Leben verlaufen sollte.

Ich musste immer absolut Perfekt sein.

Doch immer und immer wieder, habe ich mich durch meine innere Verurteilung selbst ungemein verletzt und enttäuscht. Dies war wohl meine größte Baustelle damals! Die Erwartungen die ich an mich stellte, hätte ich so niemals an andere gestellt. Ich hätte von niemandem erwartet, dass er so perfekt sein müsste. Doch für mich galten andere Standards.

Erst als ich verstanden hatte, dass diese Urteile keine Fakten sind, und ich gelernt habe wie ich meine Urteile umschreiben kann, um sie mir zu nutzen zu machen … das war der erste Schritt für mich in Richtung Heilung.

Und genau das habe ich Euch heute mitgebracht!

Da es ein größeres Thema ist, habe ich es in 3 Teile aufgeteilt. Heute gibt es den ersten Teil, morgen den Zweiten und am Montag dann den letzten Teil.

Teil 1: Wie mache ich mir meine Urteile zu nutze?

Wenn wir uns selbst verurteilen, lassen wir uns keinen Spielraum, das eigentliche Problem zu lösen. Wir konzentrieren uns einzig darauf, was wir „schon wieder“ falsch gemacht haben.

Nehmen wir mal ein Beispiel von mir: Ich habe jahrelang geglaubt, ich wäre für mein Umfeld zu anstrengend. Also habe ich mich meist zurück gezogen, oder wenn ich in Kontakt mit anderen war, bin ich davon ausgegangen, dass man mich nicht akzeptiert wie ich bin (da ich ja zu anstrengend bin).

Ich habe weder jemanden gefragt, ob das so ist, noch konnte ich selbst einschätzen, ob ich mir da nicht etwas vor machte. Ich ging einfach felsenfest davon aus.

Um uns nun unsere eigene Beurteilung zunutze zu machen, müssen wir sie unter ein Mikroskop legen – sie einer genaueren Überprüfung unterziehen.

Besonders wichtig dabei ist, dass wir dazu bereit sind, auch zu akzeptieren, dass unser Urteil falsch sein könnte! Und dass wir auch dazu bereit sind, unser Urteil uns gegenüber auch einmal umzuformulieren.

Nehmen wir nochmal mein Beispiel:

Ich bin zu anstrengend für andere!

Konsequenzen: Ich erlaube mir nicht, ich selbst zu sein. Ich bin zu anstrengend für andere. Sie wollen mich nicht bei sich haben, sie verstehen mich nicht. Ich bin nicht wie sie, ich bin anders. Ich bin nicht gut (genug)!

Ich ziehe mich immer mehr zurück, fange an meine Umgebung nicht mehr zu mögen (sie mögen mich ja auch nicht) fühle mich schlecht, traurig und verurteile mich hierfür erneut! Ein Ergebnis davon war, dass meine Freunde sich von mir zurück zogen, da ich sie selbst ja auch mied.

Mit meinem Urteil stecke ich in einer Sackgasse.

Mein Urteil über mich selbst, ist der Start für eine Spirale an negativen Gedanken, die mich immer weiter runter zieht. Durch dieses Spirale bin ich immer weiter versucht noch perfekter zu werden, damit ich verdammt noch mal irgendwann nicht mehr zu anstengend bin.

Was kannst du also tun?

  1. Finde eine Bewertung / ein Urteil über dich selbst und schreibe es auf. Am Besten in einem Satz.
  2. Schreibe die Konsequenzen dazu auf.
  3. Lies dir dein Urteil / deine Bewertung und die dazugehörige Konsequenz einmal durch.
  4. Stell dir dabei vor, dies ist die Situation deines besten Freundes / deiner besten Freundin.
  5. Versuche Lösungsansätze für das Problem zu finden, und schreibe sie auf.

Ich habe bei dieser Übung aufgeschrieben: Ich könnte die Anderen einfach mal fragen, wie sie mich wahrnehmen. Ob ich zu anstengend bin. Natürlich nicht direkt in einer Gruppe, aber bei meinen engsten Freunden einfach mal anfangen.

Man nennt so etwas auch Realitätsüberprüfung. Diese Übung hilft euch dabei, genauer auf Eure Gedanken und Urteile zu schauen. Denn meist ist es ja so, dass dies in Sekundenschnelle abläuft in unserem Gehirn. Was das aber für Konsequenzen hat, was wir daraus machen, das sehen wir nicht. Und dabei soll Euch diese Übung helfen.

Und als kleiner Abschlußtipp für heute:

Wenn Ihr Euch dabei erwischt, dass Ihr sagt/hört „ich sollte…“ … dann ist es ganz klar ein Urteil, dass Ihr über Euch selbst fällt.
„Ich sollte mich doch an den Plan halten!“, „Ich sollte das doch schaffen!“ „Ich sollte doch nicht so viel essen …“

Sollte, ist ganz klar etwas das ein Urteil darstellt. Und denkt daran, ein Urteil ist KEIN Fakt, sondern nur Eure Meinung!

Alles Liebe, euer Coach Claudia <3

Hier geht es zu TEIL 2 der Selbstzweifel-Serie!

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Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

 

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