Wie überlebe ich bloß… WEIHNACHTEN?! Teil 2

  • 18. Dezember 2018

In ein paar Tagen schon beginnen die Festlichkeiten. Ich habe dir bereits im letzten Artikel ein paar Tipps zur Vorbereitung gegeben und hoffe, dass sie dir eine angenehme Zeit bescheren. Heute widme ich mich noch einmal dem Essen, da dies scheinbar das Hauptproblem für alle Betroffenen darstellt.

Hier sind einige Tipps, die mir geholfen haben:

Keine Essens-Regeln aufstellen

Wusstest du, dass „normale“ Esser im Durchschnitt nur etwa ein halbes Kilo über die Feiertage zunehmen? Hingegen neigen Menschen mit einer Essproblematik dazu, bis zu 2,5 kg in derselben Zeit zuzunehmen. Woran liegt das?
Ganz einfach. Daran, dass „normale“ Esser keine bestimmten Regeln aufstellen. Sie wissen, was sie an Weihnachten erwartet und gehen bereits davon aus, etwas über die Stränge zu schlagen. Und das ist für sie völlig ok. Sie verspüren sogar eine gewisse Vorfreude und genießen die Zeit mit allen Sinnen. Und genau aus diesem Grund haben sie auch keine Schuldgefühle nach den Feierlichkeiten und gehen automatisch in ihre gewohnte Ernährungsweise über. Sie verurteilen sich nicht für ihr Verhalten und teilen nichts in “gut” oder “schlecht”.

In essgestörten Köpfen aber, haben sich Ernährungsregeln festgesetzt, die bestimmen, wann wie, was und wie viel wir essen sollten. Diese Regeln haben wir so verinnerlicht, dass wir nicht einmal merken, wie widersprüchlich sie sind. Da wären zum Beispiel folgende:

  • kein Zucker
  • nur x Gramm Kohlenhydrate pro Tag
  • kein Fett, und low carb
  • high carb, low fat
  • high fat, low carb
  • nach einer bestimmten Zeit nicht mehr essen
  • x Stunden zwischen den Mahlzeiten lassen
  • keine tierischen Produkte… usw.

Helfen tun uns diese Regeln nicht. Sie machen uns eigentlich nur verrückt und nehmen uns die ganze Freude am Essen!!! Deshalb tu dir selbst den Gefallen und werfe auch an Weihnachten alle Ernährungsregeln und Mythen über Bord!

Iss, wenn du Hunger hast!

Mit der Diät-Mentalität will man eigentlich immer nur eins erreichen: Kalorien zu sparen. Viele neigen daher dazu, vor Anlässen zu hungern, um insgesamt nicht zu viel zu essen. Möglicherweise wird auch nach dem Essen versucht, zu kompensieren.

Das geht nicht!
Wenn du es zulässt, zu hungrig zu werden, wirst du den “Aus-Schalter” schwieriger finden und überisst dich mit großer Wahrscheinlichkeit beim Essen und auch danach. So funktioniert unser biologischer Überlebensmechanismus – dein Körper wird alles dafür tun, um Nahrung zu bekommen, weil er völlig ausgehungert ist. Alles, was er weiß, ist, dass er hungrig ist, und es vorher für längere Zeit nichts gegeben hat. Er befürchtet eine weitere „Hungersnot“ und bereitet sich darauf mit übermäßigem Essen vor.

Iss also regelmäßig und halte alle Mahlzeiten ein. Es ist eine gute Stütze, einen Essplan zu haben, um ausreichend zu essen.

Unter Umständen wird das Weihnachtsessen deine erste Gelegenheit, um auch ein wenig deine Achtsamkeit und Intuition zu üben. Schaue dir das aufgetischte Essen genau an. Am besten bestimmst du selbst, was auf deinem Teller landen soll und was nicht. Versuche aber genau das zu nehmen, was DU probieren möchtest und nicht das, was deine Essstörungen meint, das du essen solltest. Achte darauf, dass du erst anfängst zu essen, wenn alle am Tisch sitzen und ein bisschen Ruhe eingekehrt ist. Hole ein paar Male tief Luft und beobachte die Unbeschwertheit der Anderen. Freu dich, dass du nun auch auf dem Weg dahin bist, ein unbeschwerter Mensch zu sein. Heute kannst du bereits wie sie handeln, auch wenn du vielleicht innerlich noch unsicher bist. Heute bist du einfach schon wie sie und freust dich auf die gemeinsame Zeit.

Wenn du isst, kaue langsam, probiere jeden Bissen. Was von deinem Teller schmeckt dir? Was eher nicht? Kannst du die Zutaten schmecken? Schmeckt es salzig/süß/scharf? Würdest du es evtl. noch einmal essen oder nachkochen? Versuche wahrzunehmen, wie sich dein Magen langsam füllt, bis du dich gut gesättigt fühlst. Es ist ein angenehmes Gefühl und macht dich vielleicht etwas müde.
Ehre deinen körperlichen Hunger, dann kannst du das Essen auch genießen und weißt, dass du deinem Körper damit etwas Gutes tust und ihm entgegenkommst. Seine Bedürfnisse werden gestillt, er wird sich nicht mit einem Essanfall an dir rächen. Dein Körper dankt es dir.

Wusstest du, dass dein Körper das Essen sogar besser verstoffwechselt, wenn du entspannt bist? In einem gestressten Zustand nämlich, reduziert das Stresshormon Kortisol deinen Stoffwechsel und signalisiert dem Körper, Fett zu speichern. Mit einem hohen Kortisolspiegel kannst du nicht locker sein und das Essen genießen. Daher ist es so wichtig, sich zu entspannen. Eine Win-Win- Situation für dich und deinen Körper, findest du nicht?

Erwarte, dass du (in deinen Augen) zu viel isst

Am Anfang des Artikels erwähnte ich, dass normale Esser im Durchschnitt nur etwa ein halbes Kilo zunehmen über die Feiertage – während die Menschen mit einer Essproblematik eher mehr zunehmen. Der Grund, warum normale Esser nicht mehr zunehmen, ist auch, weil sie sich nicht schuldig fühlen. Sie essen an Feiertagen zwar mehr, aber finden das völlig in Ordnung und machen es nicht weiter zum Thema.

Also gehe so wie sie an die Sache heran, es ist nur menschlich und in Ordnung. Das bedeutet nicht gleich, dass du einen Essanfall hast, nur weil du mehr als die Tage davor isst. Da unser Körper immer mit uns arbeitet, wird er es auch von selbst wieder regulieren und dir in den nächsten Tagen in Form von weniger Hunger zeigen, dass alles ok ist.

Male dir nur einmal aus, was passieren würde, wenn du dich beim Essen eher zurückhälst. Du wirst dich nach den Feierlichkeiten wohlmöglich danach sehnen und im schlimmsten Falle all das heimlich essen, was du dir verwehrt hast – in größeren Mengen als dir lieb ist! Überlege es dir also gut und denke lieber langfristig. Genuss kommt vor Schuldgefühlen. Denn Schuldgefühle halten dich weiter im Teufelskreis gefangen.

Iss, was du willst und genieße es. Du musst es am nächsten Tag nicht wieder gut machen.

Genieße die Zeit, die Wärme, die Familie und die Liebe!

Ich wünsche dir eine besinnliche Weihnachtszeit<3

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Gemeinsam machen wir dich stark!

Bis bald,

deine Dani von Recoverybuddy

 

2 Comments on Wie überlebe ich bloß… WEIHNACHTEN?! Teil 2

  • Pia Knöller says:
    21. Dezember 2017 at 19:59

    Merke dass ich auch ohne wiegen zugenommen habe seit dem ich keinen Zwangssport mehr mache und beim Essen mehr nach Intuition gehe. Jetzt hätte ich viel Stress auf Arbeit und Privat viel zu erledigen. Merke dass ich nun wieder in alte Muster Zurück falle und wieder sehr wenig tagsüber esse (1 Apfel und Kiwi) abends wieder große Portionen Kohlenhydrate aber gesund ( reis, Quinoa, Nudeln ) und wenig Fett und früh wieder mehr und zwanghaft Frühsport mit Situps Liegestütze und rumspringen obwohl mein Fuß entzündet ist. Fühle mich total unwohl und immer dicker und jetzt steht noch Weihnachten mit Fleisch fondeu vor der Tür. Hatte eigentlich vor an meinen freien Tagen mehr an meiner Genesung zu arbeiten aber jetzt habe ich Angst vor der Ruhe und evtl noch mehr zunehmen weil ich mich vor Hunger direkt beim Essen nicht zügeln kann. Wer kann mir helfen?

    Antworten

  • Daniela Convertini says:
    22. Dezember 2017 at 10:33

    Hallo Pia,

    vielen Dank für dein Kommentar. Wenn du diese Tipps aus meinen Beiträgen befolgst, wird nichts schief gehen. Bitte gebe dir aber auch im Voraus die Erlaubnis, „es zu versauen“. Niemand ist perfekt und die Feiertage sind im Grunde auch nur Tage, wie alle anderen auch. Lass dir das Fondue schmecken, dafür musst du keinen Sport machen. Er ist nämlich der Grund, warum du dich nicht zügeln kannst. Sport und Restriktion! Sei schlauer als deine Essstörung und schlage ihr einen Nagel in den Sarg, indem du alles isst, was dich anlächelt und dabei genießt!
    Ein frohes & besinnliches Fest,
    Daniela

    Antworten

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